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Assassin’s Creed Bd. 1: Feuerprobe Review

Assassin’s Creed hat sich längst zu einer unumgänglichen Marke avanciert. So gab es bereits nach dem ersten Spiel diverses Merchandise, und das nicht nur rund um den damaligen Hauptcharakter Altaïr. (Mein Gott, was habe ich dieses Spiel geliebt.) Mit den Jahren ging es bei der Spielereihe immer mal Berg auf und Berg ab. Teil 2 beispielsweise war absolut großartig und in ist in meinen Augen bis heute unübertroffen. Auf die Spiele folgten Filmchen, Figuren, Bücher und natürlich auch diverse Comics und Graphic Novels.

Eines dieser Werke in Wort und Bild habe ich heute im Review. Im Hause Splitter erschien zuletzt Assassin’s Creed Bd. 1: Feuerprobe, das sich einem völlig neuen Charakter widmet. Diesmal steht nicht ein Mann im Vordergrund, sondern Charlotte de la Cruz, die Dank der Bruderschaft zu ihrem Vorfahren Tom Stoddard vor- oder besser zurückdringen” darf. Es ist eine Art Neustart für die Serie. Viele bekannte Elemente werden wieder aufgegriffen, nur eben diesmal mit neuen Gesichtern und einer anderen Epoche. Und eben letztere, zur Zeit der Hexenprozesse von Salem im Jahr 1692. Dieses Setting ist durchweg ansprechend und wurde allen voran sehr schön vom Zeichner Neil Edwards eingefangen. Man fühlt sich ab dem ersten Panel korrekt in der Zeit zurückversetzt.

So schön wie schade ist allerdings Charlotte an sich. Sie ist tough, jung und abgedreht. Mit ihrem Sidecut mag sie vielleicht Probleme bei der Jobsuche haben, doch in Sachen Videospiele ist sie unschlagbar. Und so kommt sie auch erstaunlich gut beim ersten Ausflug mit dem Animus klar, natürlich inkl. dem altbewährten Sickereffekt. Nun zum negativen Aspekt. Die Autoren Anthony del Col und Conor McCreery setzten zwar auf sie als weibliche Protagonistin, doch in der Vergangenheit griffen sie dann doch wieder auf einen männlichen Charakter zurück, der so gar nicht wie Charlotte sein mag. Einerseits ist das natürlich nachvollziehbar, denn warum sollte gerade dieser Vorfahre auch eine Frau sein, doch andererseits hätte ich das als gelungene Abwechslung angesehen. Aber gut, genau dieser Umstand ist in gewisser Weise vernachlässigbar, schließlich bietet die Story an sich, abgesehen vom beinahe perfekt durchgezogenen Assassin’s Creed Schema F, eine Abweichung, die den geübten Spielefan aufhorchen lässt. Was das ist, darauf gehe ich hier nicht ein - ich würde euch ja einiges vermiesen. Doch genau dieser Punkt macht diesen eigentlich nur ok’en Comicband erst richtig lesenswert.

Was ich besonders gelungen finde: Die Aufmachung dieses Bandes. Der Splitter Verlag ließ sich nicht lumpen - das Hardcover ist so dick wie hochwertig und schön. Und auf den letzten Seiten finden sich unzählige interessante und optisch ansprechend aufbereitete Infos zu Salem, sowie sämtliche Cover der im Band vereinten Einzelausgaben. Sehr schön, wirklich sehr schön!

Zusammenfassend sprechen wir hier von einem durchweg empfehlenswerten Band für die Fans der Reihe und alle die, die gerne einen Einstieg finden möchten. Vor allem in Hinsicht auf den bevorstehenden Film mit Michael Fassbender in der Rolle des Callum Lynch (Kinostart 27. Dezember 2016) macht dieser Band absolut Sinn. Die Serie soll bitte niemals sterben, sie sollte allerdings mehr Innovation zeigen, allen voran im Bereich der Videospiele. Diese lassen nämlich nach dem x-ten Teil weiterhin auf bahnbrechende Neuerungen warten.

Werde ich diesen Comicband noch einmal lesen? Ja.

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