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Cloud Atlas Filmkritik

Drei Tage. So lange hat es gedauert, bis ich sämtliche Eindrücke, die Cloud Atlas” bei mir hinterlassen hat, gesammelt hatte. Drei lange Tage, in denen ich Herr über meine Gedanken werden musste. Drei Tage, die mir nach langem Nachdenken offen legten, dass ich einen der interessantesten Filme der letzten Zeit gesehen habe.

Cloud Atlas” basiert auf dem Roman Der Wolkenatlas” von David Mitchell. Er verbindet sechs scheinbar nicht zusammenhängende Ereignisse miteinander, die sich über eine Zeitspanne von sechs Jahrhunderten ziehen. Bereits das Buch war durch seine unzähligen Zeitsprünge sehr komplex und stellenweise verwirrend, dadurch aber auch immens lesenswert. Der Film bewegt sich parallel dazu und ist dementsprechend ebenso komplex und ohne Vorkenntnisse bis zum Ende nicht immer ganz verständlich, wenn auch wunderschön und mitreißend.

Eine Besonderheit am Film ist ganz klar das große Staraufgebot, wovon jeder Darsteller in bis zu 6 Rollen schlüpft. Welche Rollen das sind, erkennt man teilweise erst beim sehenswerten Abspann, der dem noch immer perplexen Zuschauer erklärt, dass Männlein oft auch Weiblein und umgekehrt ist. Die Masken sind demzufolge großartig! Doch nicht nur diese wissen zu überzeugen. Die Geschwister Wachowski (“Matrix”-Trilogie) durften ihrem kreativen Geist freien Lauf lassen und griffen demnach tief in die Trickkiste, was sich nicht zuletzt aufgrund des fantastischen Zukunftsszenarios ausgezahlt hat. Doch Cloud Atlas” ist nicht nur reine Effekthascherei. Der Film hat eine deutliche Message, die erst im Verborgenen ihre wahre Wirkung erzielt. Demzufolge foltert einen das offene” Ende geradezu mit Fragen nach dem Leben, nicht nach dem Sinn.

Cloud Atlas” ist anspruchsvolles Kino und ganz sicher kein Streifen für mal eben zwischendurch. Hier muss man während und nach dem Film sein Köpfchen parat haben. Und wenn man dann letztendlich den Kinosaal verlässt, darf und soll man mit seinem Kinopartner über den Film reden, wenn nicht sogar diskutieren. Zumindest erging es mir mit meiner Frau so. Gesprächsstoff war da, aber bei einem Punkt waren wir uns einig: Der Film war toll!

Bei all der Euphorie muss ich allerdings auch anmerken, dass Cloud Atlas” einen sehr ernsten Grundtenor besitzt und dadurch noch weitaus brutaler wirkt, wenn ein paar sehr offensichtliche, härtere Szenen zum Vorschein kommen. Diese sind nicht ohne und rechtfertigen in meinen Augen keine FSK12-Freigabe, nicht zuletzt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass Kinder mit 12 die wahre Absicht hinter Cloud Atlas” verstehen. Aber sei es wie’s sei, die knapp 3 Stunden Lauflänge vergehen trotz kleineren Hängern wie im Flug. Der Soundtrack pustet einen Ohrwurm nach dem anderen in die Lauscher und die Darsteller spielen wirklich, wirklich wirklich hervorragend! Es lohnt sich gar nicht auf Darsteller im speziellen einzugehen, außer vielleicht auf Tom Hanks, Halle Berry, Ben Whishaw, Hugh Grant… na gut, ich lasse es lieber.

Fazit

Ich prophezeie: Cloud Atlas” ist jetzt schon ein verschmähter Glücksgriff. Deshalb meine Bitte an die wahren Filmfans da draußen: Gebt ihm die Chance, die er verdient hat!

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