Doctor Strange: Der Eid Review

Doctor Strange: Der Eid Review

Nachdem ich zuletzt „Doctor Strange“ im Kino gesehen habe und binnen Minuten lieben lernte, musste ich einfach noch mehr über diesen Charakter herausfinden. Und wie macht man das? Ganz genau, mit den zugrunde liegenden Comics, bzw. einigen der aktuellen Panini-Veröffentlichungen, darunter ein Band mit dem Titel „Der Eid„, der dem Film zuweilen näher ist, als man erst meinen möchte.

Als Autor darf sich bei dieser Geschichte Brian K. Vaughan beweisen, der sich mit der Serie „Y: The Last Man“ allerdings schon lange in die Herzen der Comicleser schrieb. Marcos Martin sorgt für das klassisch-schöne Artwork, das mit der Mindestanzahl an Strichen für absolut überzeugende Mimiken sorgt. Geschichte und Zeichnungen sind hier im Einklang und geben ein wundervolles Werk ab, das zugleich Retrofeeling aufkommen lässt und allen voran im Zusammenhang mit dem Film am Alter zweifeln lässt. „Dr. Strange: The Oath“, so heißt die Vorlage im Original, die aus dem Jahr 2007 stammt und nach über 9 Jahren aktueller denn je wirkt.

Als besonders erfrischend und gleichermaßen ausreichend empfand ich den Einstieg in die Geschichte. Dieser wartet bereits nach wenigen Seiten mit der Vorgeschichte zu Doctor Strange auf. Und hier reicht doch tatsächlich ein Doppelseiter aus, um die Entwicklung des Chirurgen hin zum Magier zu erklären – so lobe ich mir das. Ich muss in Hinsicht auf Vorgeschichten irgendwie immer an diverse Batman-Comics denken, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, mit einem extra Heft den Tod von Bruce‘ Eltern wieder und wieder ins mehr oder weniger rechte Rampenlicht zu rücken. Aber ich schweife ab. Denn sobald man in die diese Geschichte des Magiers einsteigt, verliert man sich in ihr. Und das nicht nur, weil Doctor Strange gleich zu Beginn schwer verletzt eingeliefert wird. Das heizt natürlich den Hunger auf eine Erklärung für seine Verwundung, schließlich kann der Magier die stärksten Schutzschilde generieren.

Von Seite zu Seite baut sich eine Verschwörung jenseits der Magie hin zur realen Welt mit all ihren Defiziten auf. Und gerade hier widmet sich Brian K. Vaughan einer Thematik, die die Menschheit seit unzähligen Jahrhunderten beschäftigt: Das ewige Leben. Dies schneidet Vaughan allerdings auf einer Ebene an, die vielleicht erst seit einigen Jahrzehnten die Köpfe der Wissenschaftler rauchen lässt. Damit sagt er uns klipp und klar – diese Story spielt im Hier und Jetzt, ganz egal welche Monster oder Götter etwas anderes behaupten mögen.

Diese Geschichte ist großartig geschrieben. Die Figur des Doctor Strange ist ähnlich der, die uns aktuell Benedict Cumberbatch präsentiert. So dürften allen voran Neueinsteiger schnell Gefallen an dieser „Variante“ finden. Ich für meinen Teil hatte sehr viel Spaß mit diesem Band, bzw. war sehr gebannt, was genau passieren würde. Natürlich ist da irgendwo im Hinterkopf der Gedanke, dass dem Guten nie etwas passieren kann und wird, doch was ist mit seinen Liebsten? In „Der Eid“ versucht Strange gleich 2 Vertraute zu beschützen und es sieht immer mal wieder stark danach aus, als würde er scheitern. Brian K. Vaughan weiß ganz genau, wie man Figuren beschreiben muss, sodass man sie liebt und mit ihnen leidet. So ist „Doctor Strange: Der Eid“ mitunter ein vergnügliches Comicabenteuer, zahlreiche Momente lang allerdings auch ein äußerst dramatisches. Das ist großes (Kopf-)Kino, das ich demnächst wieder erleben möchte, wenn ich „Doctor Strange #1“ der aktuellen Serie lesen werde.

Werde ich diesen Comicband nochmal lesen? Ja!

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Danke, Dein Dominik
Geschrieben von
Dominik Höcht
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1 Kommentar
  • Okay. Danked dafür. Der kommt auf die Liste. Vaughn vertraue ich ja sowieso blind, aber bislang habe ich noch nichts von seinen Superhelden-Comics gelesen. Von daher könnte das ja ein guter Einstieg sein.