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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Filmkritik

BUMM! Mit einer großen Explosion befördert Allan Karlsson den Katzen mordenden Fuchs ins Weltall und sich selbst ins Altersheim. Er ist mittlerweile 100 Jahre alt, steigt vor dem Kerzen auspusten aus dem Fenster und verschwindet. Sein Weg führt ihn erst zu einem Geldkoffer, dann zu neuen Freunden und letztendlich in das schier endlose Schwelgen in Erinnerungen.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist die Verfilmung zum gerne gelesenen Roman, den ich selbst leider nicht kenne. Deshalb begnügte ich mich mit dem Film, der mich leider nicht so explosionsartig zu begeistern wusste wie den eben noch erwähnten Fuchs.

Im Film verfolgen wir die Lebensgeschichte von Allan Karlsson, gut gespielt von Robert Gustafsson, der sein Leben noch einmal Revue passieren lässt. Die kahl-graue und faltige Gegenwart weicht dabei immer mehr der Vergangenheit, die aus einer schier endlosen Verstrickung von unglaublichen Zufällen besteht. Und hier hätten wir zwei Probleme in einem. Nein, um genauer zu sein sogar drei. Problem 1: Die erst noch sehenswerte Gegenwartsgeschichte weicht immer mehr den Rückblenden, die (Problem 2) dermaßen konstruiert wirken, dass man hin und wieder gerne schreien möchte. Problem 3 ist das große Ganze, das insgesamt wie ein konstruierter Haufen von Zufällen wirkt und nur selten zu begeistern weiß und schon gar nicht zum Mitzufiebern anregt. Ständig passiert etwas, aber nie etwas wirklich bedeutendes, wenngleich Allan auf Präsidenten, Agenten oder Einsteins blöden Bruder trifft. Und so geht es dann auch weiter, bis schließlich das genügsame Ende nicht über etwaige Schwächen hinwegzutäuschen weiß.

Positiv anrechnen muss man dem Film seinen unglaublich trockenen und teils schwarzen Humor, der, hätte er öfter Verwendung gefunden, Problem 1, 2 oder 3 deutlich besser in den Hintergrund hätte rücken können. So aber gibt es nur vereinzelt eingestreute Lacher und zahlreiche sich hinziehende Szenen, ironischerweise im Einklang mit der Schrittgeschwindigkeit des alten Mannes.

Ist Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand nun ein Abenteuerfilm, eine Komödie oder gar Fantasy? Irgendwie ist der Film alles und nichts. Er weiß durchaus zu unterhalten, enttäuscht aber auch ein wenig. Vor allem aber animierte er mich dazu, das Buch auf meine To-Read-Liste zu setzen, und sei es nur um zu sehen, ob man etwas verschlimm oder /-bessert hat.

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