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Der Medicus Filmkritik

Nein, ich kenne das Buch nicht und vielleicht fand ich gerade deshalb den Film so toll. Soviel vorweg.

Im Film entwickelt der junge Rob Cole (Tom Payne) eine außergewöhnliche Gabe. Er kann bei Berührung anderer Menschen erkennen, ob diese schon bald sterben werden. Praktisch für seine Leidenschaft, Arzt zu werden. Um mehr zu lernen als bei seinem Meister und Scharlatan Barber (Stellan Skarsgård), reist er nach Persien zum großen Ibn Sina (Ben Kingsley), Medizinmann des Shahs Ala ad-Daula (Olivier Martinez). Seine Reise ist beschwerlich, seine Erkenntnisse dafür überragend. Doch selbst das ist ihm nicht genug, sodass er er schon bald gegen die Gesetze der Religion verstößt und dafür bezahlt.

Der Medicus“ ist erst einmal lang. Die 150 Minuten Medizinabenteuer sind viel Arbeit, lohnen sich aber. Schließlich gibt Tom Payne einen tollen, dynamischen und vor allem äußerst sympathischen Rob Cole ab, der Enthusiasmus, Leidenschaft und auch ein Stück Naivität mit vollster Hingabe zu vermitteln weiß. Neben ihm überzeugen Ben Kingsley als einfühlsamer und wissensbegieriger Arzt, Olivier Martinez als wahrlich einzigartiger Shah und natürlich Stellan Skarsgård als Tunichtgut mit Vatergefühlen. Neben ihnen wissen auch zahlreiche Nebendarsteller mit gut herausgestellten Eigenheiten zu begeistern. Allesamt vermitteln ein Gefühl von Abenteuer und früher Entdeckerlust. Die Anfänge der Medizin? Der Medicus“ zeigt diese perfekt auf!

Mich faszinierten die Settings, großartige Landschaftsaufnahmen und natürlich die Geschichte an sich. Und wenn ich dann an die Lobpreisungen über das Buch denke, bin ich angehalten, dieses schon bald zu lesen. Der Film allerdings ist amüsant, interessant, spannend und dramatisch zugleich. Das Werk des deutschen Regisseurs Philipp Stölzl kann es locker mit Hollywoodproduktionen aufnehmen, von deutschen Wurzeln - außer einigen Darstellern - keine Spur.

Eklig wird es wenn Rob Cole beginnt, einen Mann auseinander zu nehmen, um mehr über den Menschen an sich zu erfahren. Aber seien wir uns doch mal ehrlich - genau so war es damals! Wie sonst hätte man gewusst wie und was man machen muss, wenn es an dieser oder jener Stelle gezwickt“ hat. Und so vermittelt der Film ein realistisches Stück Geschichte, verpackt in einer äußerst sehenswerten Hülle.

Der Medicus“ hat mir gefallen und außer Kleinigkeiten habe ich wahrlich nichts zu bemängeln. Ja, hier und da wirkt so manch eine Szene etwas konstruiert und hin und wieder mag auch Tom Paynes Schauspiel aufgesetzt wirken, aber abgesehen davon ist der Film trotz seiner enormen Laufzeit äußerst sehenswert.

Fazit

Ich bin froh“, dass ich das Buch nicht vorweg gelesen habe. So gefiel mir der Film dermaßen gut, dass ich gerne eine Empfehlung für all jene ausspreche, die packend erzählte Geschichten und korrekt vermittelte Tatsachen in sehenswertem Gewand über alles lieben.

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