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Die Abenteuer von Tim & Struppi — Das Geheimnis der Einhorn Filmkritik

2010 hörte ich das erste Mal von Die Abenteuer von Tim und Struppi”, bzw. einer Tim und Struppi”-Verfilmung, gemacht von Steven Spielberg. Soweit, so gut. 2011 lief der Film im Kino und ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, ob er floppte oder nicht. Jedenfalls hat man nicht besonders viel mitbekommen und ich habe ihn nicht gesehen. Erst jetzt, vor genau 7 Tagen, habe ich den Film zum ersten Mal auf Blu-ray gesehen und ihn für sehr gut befunden.

Die Story ist schnell erzählt: Tim kauft auf dem Flohmarkt ein Modellschiff, hinter dem auch andere her sind. Bald ist er in eine kleine Verschwörung verwickelt, die eine Schatzjagd über mehrere Kontinente loslässt. In bester Indiana Jones”-Manier machen sich Tim und Struppi auf, das Geheimnis zu lüften. Dabei ist Tim unglaublich entschlossen und selbstsicher. Ob das nun an seiner überdimensionalen Haifischflosse auf dem Kopf liegt, kann ich nicht sagen, aber allgemein wirkt er erwachsener als er aussieht. Struppi hingegen ist neben Lassy der wohl klügste Hund aller Zeiten und eigentlich nur nett anzusehen. Und genau das war es auch schon mit dem Vierbeiner. Denn neben Tim sieht er alt aus und wirkt wie das notwendige Übel. Doch allzu sehr möchte ich darauf nicht herumtrampeln, da der Film abseits davon super und vor allem auch super überdreht ist. Ich habe, bevor ich den Film sah, lange überlegt, warum man sich für einen Animationsfilm entschied, der derart realistisch wirkt. Jetzt weiß ich es. Nicht selten fällt jemand aus mehreren Metern herunter und hat nicht einen Kratzer. Lieber Herr Spielberg, selbst Indy war da realistischer. Aber gut, man hat sich wohl stark an den Comics, bzw. der früheren Zeichentrickserie orientiert, sodass ich auch hier ein Auge zudrücken kann.

Indiana Jones

Ich komme einfach nicht drum herum, diesen Namen zu erwähnen. Zu viele Ähnlichkeiten und Anspielungen gibt es auf die Kultfilm-Reihe mit Harrison Ford. Da wären zum Beispiel einige Schauplätze, beispielsweise in der Wüste, oder die berühmte Landkarten-Reise mit roten Strichen. Das schöne daran: Es stört nicht. Ich fühlte mich sogar ganz wohl dabei, dass Spielberg einen würdigen Nachfolger für Indy fand, der ja bekanntermaßen in die Jahre gekommen ist. Tim ist einfach ein cooler, neugieriger, wissbegieriger Typ und damit das Vorbild vieler Kinder. Er ist greifbar und wirkt selbst als Animationsfigur unglaublich menschlich.

Ich mag Abenteuer- und Animationsfilme und ich liebe deshalb herausragend animierte Abenteuerfilme. Die Abenteuer von Tim und Struppi” ist einer der großartigsten Animationsfilme, die ich bisher gesehen habe. Die Gesichtsanimationen, Bewegungen oder auch Hintergründe wirken lebendig und verzaubern ab der ersten Minute. Hier wurde ganze Arbeit geleistet, ohne den Charme der alten Comics/Serie in Grund und Boden zu animieren. Schönes Detail dabei am Rande: Der Anfang des Films, der uns anhand einer Strichzeichnung erklärt, wer dieser hübsche Junge Mann eigentlich ist. Ein Kleinod für Fans, ein tolles Gimmick für gespannte Zuschauer.

Ihr merkt es, Die Abenteuer von Tim und Struppi” hat mir sehr gut gefallen, auch wenn hier und da noch etwas der Feinschliff fehlte. Doch im Endeffekt handelt es sich hierbei um einen Comic in Spielfilmform, der Fehler machen und übertrieben wirken darf. Ich bin gespannt, was Peter Jackson aus seiner Tim und Struppi”-Interpretation machen wird. Und irgendwie finde ich es jetzt schon schade, dass Steven Spielberg nicht einfach einen zweiten Teil macht. Denn schließlich ist der Film nicht nur Fanservice, sondern ein Kinderabenteuer, das man nicht nur hinter verschlossenen Kinderzimmertüren zeigen muss.

Fazit

Ich fühlte mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten, genoss den gelungenen Spannungsbogen und ergötzte mich an den hervorragenden Animationen. Teil 2 dann bitte mit Rakete, ja? :)

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