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Die Bücherdiebin Filmkritik

Ein Mädchen und der Tod. In Die Bücherdiebin“ erzählt der Tod höchstpersönlich die Geschichte der neunjährigen Liesel, die im Jahr 1939 erstmals mit dem Sensenmann in Berührung kommt, als ihr kleiner Bruder stirbt. Fortan muss sie zu Zieheltern, die sie immer mehr ins Herz schließt. Doch ihre wahre Liebe gilt den Büchern. Mal stiehlt sie eines, dann rettet sie wieder eines. Auslöser dafür: Das Handbuch für Totengräber.

Vorweg: Den Roman zum Film habe ich nicht gelesen. So ging ich unbelastet“ an den Film heran und zufrieden aus dem Kino heraus. Die Bücherdiebin“ zeigt uns den Zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines Kindes. Und dieses Kind spielt Sophie Nélisse mit vollster Hingabe. Selten haben mich kleine Mädchen in Filmen derart in den Bann gezogen wie sie. Sie überzeugt mit ihrer charmanten Art, ihrem Witz und auch ihrer Furcht. Unterstützt wird sie in ihrem Tun von Geoffrey Rush als Ziehvater und Emily Watson als vorerst strenge Ziehmutter. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass sowohl Geoffrey Rush, als auch Emily Watson gewohnt großartig spielen. Dazu gesellen sich mehrere Nebendarsteller wie der sympathische Jude Max, wunderbar gespielt von Ben Schnetzer oder Liesels kleiner Freund Rudy, ebenso toll verkörpert von Nico Liersch. Die Bücherdiebin“ ist eben ganz großes Schauspiel, dass einen durch Charaktere allein die Kälte des Zweiten Weltkriegs spüren lässt.

Der Film ist - das müsste ich eigentlich nicht erklären - nichts für einen heiteren Kinoabend, wenngleich er doch einige erheiternde Szenen beinhaltet. Abseits davon aber ist die Situation so bedrückend, wie sie nur sein kann. Man bedenke allein die Kellerszenen, wenn die Bomben fallen. Diese stete Angst, ob man in den nächsten Stunden noch ein Zuhause hat, bzw. diese Stunden überhaupt überlebt, ist spürbar und bedrückend. Offensichtlich ist in Die Bücherdiebin“ allerdings so gut wie nichts. Das meiste spielt sich im Hintergrund und damit im Kopf ab. Denkarbeit ist also nicht nur erwünscht, sondern notwendig. Lässt man sich darauf ein, findet man sich in einem kleinen Meisterwerk wieder, dass ganz offensichtlich keines sein will. Vielmehr ist Die Bücherdiebin“ Geschichte und Kunst in einem. Von den überzeugenden Sets bis hin zu den perfekt-schlichten Kostümen ist der Film Schauwert und Drama zugleich. Dazu - und darüber freue ich mich ganz besonders - lässt einen der wundervolle Score von Meister John Williams ganz tief im Geschehen versinken.

Fazit

Perfekt erzählt und wundervoll gespielt ist Die Bücherdiebin“ eine Geschichtsstunde der besonderen Art.

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