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Don Jon Filmkritik

Zuerst einmal: Ich bin überrascht. Ich hatte (zumindest im Ansatz) etwas anderes erwartet als das, was ich letztendlich zu sehen bekam. Schuld daran sind die Trailer zum Film. Diese suggerieren eine überspitzt amüsante Komödie und kein Einzelschicksal mit Aussicht auf Einsicht.

Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) bekommt sie alle. Ein Disko-Abend, ein Betthupferl. Und danach? Ein Porno. Und zwischendurch? Ein Porno. Und sonst so? Ein Porno. Er ist süchtig und findet den virtuellen Sex deutlich besser als normalen. Da stimmt doch etwas nicht?! Ganz genau. Und als er dann Barbara (Scarlett Johansson) kennen lernt, denkt er, alles würde anders. Wird es auch. Allerdings nicht in die erhoffte Richtung.

Im Jugendchargon würde man den Film treffenderweise als Voll Porno! umschreiben. Don Jon“ setzt offensichtlich auf die Macht der Schmuddelfilmchen und -bilder, möchte uns aber etwas ganz anderes damit zeigen: Die Art falsche Weltanschauung, die uns ebendiese Filme und Bilder vermitteln. Jon Martello ist im Film so überzeugt davon, dass Sex wie bei seinen Filmen sein muss, dass er die wahren Gefühle einer Liebesnacht nicht mehr zu schätzen weiß. In dieser Hinsicht ist der Film mehr als nur gelungen. Ebenso gefallen haben mir diverse kleine Seitenhiebe auf die Gesellschaft an sich, die sich im Film wiederfinden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Jons kleine Schwester, die ihr Leben durch das Smartphone führt. Liebe Handygeneration, findet das im Film bitte nicht cool, sondern lernt daraus, dass dieses Verhalten lästig ist!

Joseph Gordon-Levitt schrieb das Drehbuch zum Film, führte Regie und übernahm die Hauptrolle. Ein ganz schöner Batzen für jemanden, der bisher nur als Schauspieler fungierte. Doch Joseph Gordon-Levitt, kurz JGL, machte durchaus das Beste daraus. Der Film ist authentisch, allerdings auch anders. Und diese Andersartigkeit ist es, die vielen Sauer aufstoßen wird. Diese zu beschreiben fällt mir allerdings schwer. Denn schlussendlich ist der Film von seiner Message her mehr als nur gelungen. Dazu kommt der wirklich großartige Cast, allen voran Tony Danza, der das Parade-Vorbild-A****loch mit Bravour gibt. Und so bleibt einem nach dem ersten Zusammentreffen von Film-Papa Danza und Film-Sohnemann Gordon-Levitt nichts anderes zu sagen als ganz der Papa! Allerdings sind die Figuren sehr überspitzt dargestellt. Jede geht voll in ihrer Besonderheit auf und darüber hinaus. Dieser Umstand sorgt für Unbehagen beim Zuschauer und eine gewisse Antipathie gegenüber ebendieser Figur. Ich persönlich musste mich bis zum erwarteten Ende daran gewöhnen. Denn seien wir uns mal ehrlich, wann ist Scarlett Johansson schon so eine perfekt gespielte Mistgurke?

Kurz möchte ich noch auf die gelungene Optik des Films eingehen. Allen voran das gute Händchen für wiederkehrende und sich entwickelnde Abfolgen, sowie die, an die jeweilige Situation abgestimmten, Sets. Als ebenso gelungen empfand ich schließlich noch die Musikauswahl.

Fazit

Don Jon“ gibt sich seiner Andersartigkeit in vollstem Umfang hin. Und wie sagte Klaus Wowereit doch so schön: Und das ist auch gut so!“. Don Jon“ weiß mit bestens aufgelegten Darstellern eine nachvollziehbare, aber auch vorhersehbare Geschichte zu erzählen, sowie eine Message gekonnt zu vermitteln. Was will man eigentlich mehr?

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