15 Minuten durch die Hölle mit Mein Bester & Ich

15 Minuten durch die Hölle mit Mein Bester & Ich

Was für ein reißerischer Titel! Und doch so wahr.

Amazon Prime Kunden dürfen sich aktuell über das Remake zu Ziemlich beste Freunde „freuen“. Und so habe auch ich es mir nicht nehmen lassen, sage und schreibe 15 Minuten bruchstückhaft im Film zu verbringen.

Ja, es ist im Grunde ein 1:1 Remake mit ein paar mehr oder weniger andersartig ausgeführten Szenen. Allen voran stechen natürlich die Hauptdarsteller heraus, hier gespielt von Bryan Cranston (Phillip Lacasse) & Kevin Hart (Dell Scott). Nur um kurz in Erinnerungen zu schwelgen – im Original überzeugten François Cluzet (Philippe) & Omar Sy (Driss) zu 100%, was jetzt aber nicht heißen mag, dass die neuen Darsteller das nicht tun würden. Sie machen es eben auf ihre Art und Weise, die man mögen könnte,…

… wenn das Original doch nie gewesen wäre…

Oh klingt das jetzt bitter. Ich liebe das Original. So sehr, dass es neben The Crow und Tron: Legacy (ja tatsächlich) einen Platz bei meinen absoluten Lieblingsfilmen eingenommen hat. Nun gehe ich mit schrecklich viel Vorwissen an das Remake heran und bin enttäuscht. Enttäuscht, enttäuscht, enttäuscht. Da fehlt einerseits Ludovico Einaudis herrlicher Soundtrack zu Beginn des Films – oder gar während des gesamten Films, Kevin Hart ist nicht im Ansatz so sympathisch wie Omar Sy und Bryan Cranston, so gern ich ihn auch mag, ist nunmal kein charmanter Franzose wie François Cluzet. Ach hätte ich das Original doch nur nie gesehen..!

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Denn tatsächlich: Würde man Ziemlich beste Freunde nicht kennen, könnte man sich in Mein Bester & Ich ein klein wenig verlieben. Schließlich wird die herzzerreißende Story wiederholt, mit all den herrlich abstrusen Szenen, entstehend durch 2 Welten, die da im Film aufeinanderprallen. Es ist eine Freundschaft, wie sie (nicht) im Buche steht. Sie funktioniert. Sie muss so sein.

Die Optik, der Soundtrack, die Geschichte mit all ihren kleinen Spitzen – alles funktioniert an und für sich.

Warum genau ging ich nun 15 Minuten durch die Hölle?

Weil ich den Film lieben wollte! So einfach ist das. Es ist schlichtweg unmöglich, wenn man das Original kennt. Mein Bester & Ich ist damit ein mehr als unnötiges Remake, das nur äußerst selten mit Eigenständigkeit glänzen kann.

Solltet ihr nun weder das Remake noch das Original kennen: Greift zum Original. Ihr dürft mir später dafür danken.

Geschrieben von
Dominik Höcht
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