Gone Girl Filmkritik

Gone Girl Filmkritik

David Fincher, ein wahrlich großartiger Regisseur („Fight Club“), bescherte uns am 2. Oktober 2014, meinem 31. Geburtstag, die Verfilmung des überaus beliebten Buches „Gone Girl“ von Gillian Flynn. Die Kombi war perfekt. Fincher, ein Meister des Außergewöhnlichen packte in die 2 1/2 Stunden Laufzeit (beinahe) all das, was das Buch ausmachte. Die Darsteller, Ben Affleck und Rosamund Pike, waren (beinahe) perfekt gewählt und auch der außergewöhnlich(e) (gute) Soundtrack trug durchaus positiv zum bedrückend-mitreißenden Erlebnis bei.

Ich mochte „Gone Girl“ von der ersten Minute an, und vielleicht lag es an Finchers Stilmitteln, die Filme seiner Art sofort durchscheinen lassen. Im Falle von „Gone Girl“ war der ewige Grünstich mitsamt Düsternis einmal mehr angebracht, unterstrich das Erlebnis, sowie die bitterbös-süße Geschichte, die das verrückte Leben nicht besser hätte schreiben können. Regisseurin Gillian Flynn schuf mit „Gone Girl“ ein durchweg verstörendes Buch, das dennoch zu fesseln wusste. Und auch wenn mich das Ende (positiv) entsetzte, musste ich den Film unbedingt sehen. Nun ja, im Kino irgendwie verpasst, keine Möglichkeit ihn (digital) auszuleihen und dann, endlich, nach gerade einmal über einem Jahr Wartezeit, der Film für 5,99 EUR über iTunes. Zackbumms, zugeschlagen und gefreut.

Ich muss es Fincher hoch anrechnen, dass er (beinahe) nur unwichtige Passagen aus dem Buch strich und sich aufs (beinahe) wesentliche konzentrierte. Der Film erzählt die mir vertraute Geschichte nahezu 1:1 und überzeugt dabei durch die schauspielerischen Leistungen, die meinen Vorstellungen entsprechenden Settings und eine Atmosphäre, wie nur er sie schaffen kann. Dennoch vermisste ich die eine oder andere Passage aus dem Buch. So ging Fincher – mir persönlich – zu wenig auf die Einzelschicksale der Personen ein. Natürlich zeigt er uns auf, wieso es zu den Geschehnissen kam, doch das Buch wusste all das noch schlüssiger und damit besser zu vermitteln. Dazu störte mich die Endszene, bei der ein – für mich – essentieller Part komplett gestrichen wurde.

Aber mal ehrlich: Das hier ist Meckern auf absolut hohem Niveau. Nicht-Buchleser werden den Film, so wie er ist, entweder als gewöhnlich oder großartig abtun. Da bin ich mir ziemlich sicher. Buchleser und -liebhaber hingegen werden den Film entweder lieben oder lieben wollen, auch wenn sie es nicht (vollends) können. Meine Meinung dazu: Fincher hatte ein Händchen für alles. Ben Affleck war gut, wenn auch nicht perfekt, gewählt, Rosmand Pike hingegen absolut großartig. (Dieses Miststück (im Film)). 😉

Was soll man sagen? Die knapp 6 EUR waren gut investiert. „Gone Girl“ ist ein bitterböses Meisterwerk, sowohl in Sachen Buch als auch Film. Bitte mehr davon!

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Danke, Dein Dominik
Geschrieben von
Dominik Höcht
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