Joker Filmkritik

Joker Filmkritik

Wie dumm.

Ich erinnere mich noch gut, als es damals zum Ende von „Batman Begins“ den unverblümten Hinweis darauf gab, dass Joker in der Fortsetzung als Gegenspieler auftreten würde. Meine ersten, schnellen und dämlichen Gedanken dazu waren:

Was soll das? Es gibt so viele Batman-Gegner. Warum einen nehmen, der schon einen Auftritt in einem Film hatte?

Oh, wie ich doch eines Besseren belehrt wurde. Heath Ledger lehrte uns mit seiner Interpretation des Kultantagonisten das Fürchten. Dieser Joker war unberechenbar. Er war düster. Er war schlichtweg wahnsinnig. Oder wie er es selbst beschrieben hat:

Ich bin das Chaos!

Es beginnt.

Viele Jahre sollte es dauern, um genau zu sein 11, bis sich ein anderer Darsteller an diese hervorragend ausgefüllte Rolle innerhalb eines Spielfilms heranwagte. (Keine Sorge, ich vernachlässige Jared Leto bewusst.) Joaquin Phoenix heißt der gute, mittlerweile 45 Jahre alte Mann. Er spielt in dieser Origin-Story, die eine weitere Alternativversion dieser Figur eröffnet, Arthur Fleck. Einen vom Schicksal gebeutelten Mann, der sich nicht nur sowieso schon in psychischer Behandlung befand, sondern im Verlaufe weniger Tage in einen Sumpf aus Wahnsinn versinkt.

Arthur Fleck verdient sein Geld mit kleinen Einlagen als Clown. Tatsächlich möchte er aber Comedian werden, was seine allerdings doch eher gewöhnungsbedürftige Art erschwert. Kaum sieht man diesen Mann, wird er schon verprügelt. Und wieder. Und wieder. Bis er sich schlussendlich zur Wehr setzt. Aber nicht einfach nur verbal oder mit den Fäusten, sondern mit einer Schusswaffe, die er schnell lieben lernt. Beinahe möchte man sagen, dass damit der Joker geboren wurde, doch genau dafür brauchte es noch diverse Schicksalsschläge, die auch nicht wirklich lange auf sich warten lassen.

Von Langeweile keine Spur

Joker lässt sich Zeit seine Figur zu entwickeln. Sogar so lange, dass man den „wahren“ Joker, sprich Arthur in voller Montur und mit dem letztendlichen Makeup, gerade einmal die letzten 10 Minuten zu Gesicht bekommt. Aber macht das den Film schlecht? Mitnichten. Es war wichtig seine Entwicklung so präzise und langgezogen (wobei es mir nie wirklich lange vorkam) auf die Leinwand zu bringen. Zumal Joaquin Phoenix sich zweifelsohne die Seele aus dem Leib spielt. Sein Acting ist sagenhaft.

Der Film lebt von Joaquin. Er lebt von seinen spontanen Einfällen und Einsätzen, die es sehr oft auch in den fertigen Film geschafft haben. Joker lebt von der im Grunde düsteren Stimmung mit wenigen aber wohl platzierten amüsanten Einlagen. Er lebt von seiner Nachvollziehbarkeit. Das schafft Joker. Er schafft es, dass man sich in Arthur einfühlen kann. Nein, man versteht dadurch nicht jede seiner Handlungen. Aber man versteht wie und warum er bricht. Warum er zu dem wird, auf den wir uns alle gefreut haben. Und wir verstehen, warum er genau diese Person im Grunde schon immer war.

Joker ist ein Meisterwerk. Das ist Fakt. Lediglich der Umstand, dass man die endgültige Version dieses Mannes nur wenige Minuten zu Gesicht bekommt, ist marginal enttäuschend.

Ein Schlusswort: Wirklich schade ist lediglich, dass wir Joaquin nie mehr in der Rolle erleben werden. Er schließt eine Fortsetzung kategorisch aus. Ich hätte ihn furchtbar gerne wieder als Joker gesehen, auch wenn sein eventuelles Aufeinandertreffen mit dem Dunklen Ritter zeitlich gesehen wohl mehr als interessant geworden wäre. Schließlich ist Bruce in diesem Film nur ein Kind…

Copyright Plakat: © Warner Bros. Entertainment Inc.

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Danke, Dein Dominik
Geschrieben von
Dominik Höcht
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