Pain & Gain Filmkritik

Pain & Gain Filmkritik

Ja, es handelt sich immer noch um eine wahre Begebenheit.

Dieses Sprüchlein wird mitten im Film eingeblendet, da es einem als Zuschauer in der Tat zu abstrus vorkommt, als würde die Geschichte stimmen. Doch so wie es scheint, haben tatsächlich drei leicht beschränkte Bodybuilder einen doch relativ gerissenen Coup durchgeführt…

Daniel Lugo (Mark Wahlberg) hat im Film genug von „nur Muckis“ und einem eigentlich ausgeglichenen Leben. Er will mehr! Das erreicht er allerdings nur, indem er jemanden ausraubt. Seine große Beute bekommt er einerseits durch Gewalt, andererseits aber auch soweit möglich legal. Und so wie es aussieht, kann den drei Muskelbergen keiner etwas anhaben. Zumindest solange nicht, bis sie zu gierig werden.

Ich muss zugeben, dass mir der Film richtig gut gefallen hat – den durchweg mittelmäßigen Kritiken zum Trotz. Regisseur Michael Bay schuf erneut ein farbenfrohes, actionreiches und amüsantes Werk rund um drei Typen, die, dämlich wie sie sind, etwas ziemlich großes auf die Beine stellten. Und erst mit dem Abspann wird einem klar, dass diese amüsant anmutenden Taten in Wahrheit äußerst brutal waren.

Der Film spielt in Florida, setzt Bay-typisch auf überstrahlte Farben und kräftige Kontraste. Im Zusammenspiel mit glänzenden Muskeln, heißen Schlitten und scharfen Bräuten fühlt man sich binnen Minuten wie in einem feuchten Männertraum. Michael Bay weiß eben, wie man etwas schön in Szene setzt. Schade nur, dass all die Schönheit irgendwann langweilig wird. Die 129 Minuten merkt man dem Film leider deutlich an. Zudem kauft man vor allem Dwayne Johnson seine Rolle als Muskel-Idiot nicht ab. Nicht, nachdem man ihn in „intelligenten“ Rollen wie „Fast & Furious 5“ gesehen hat.

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„Pain & Gain“ ist damit etwas lang, aber immer noch ein amüsanter und actionreicher Film für einen biertechnisch gut ausgestatteten Abend unter Freunden. Der Film sollte meiner Meinung nach nicht aufklären oder gar aufzeigen, was sich in Wahrheit ereignete, sondern einfach nur Spaß machen. Und dank gut gewählten Nebendarstellern wie Tony Shalhoub, Ken Jeong oder Bar Paly bin ich mir ziemlich sicher, dass das auch beabsichtigt war.

Fazit

„Pain & Gain“ setzt ironischerweise mehr auf Bizeps und weniger auf Grips. Unzählige optische Reize, ein toller Soundtrack, etwas Spaß und ausreichend Action stehen eben für einen typischen „Bay“. Und wer drauf steht, wird auch hier nicht enttäuscht.

„Pain & Gain“ Blu-ray und DVD-Start: 20.12.2013

Geschrieben von
Dominik Höcht
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