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Hangover 3 Filmkritik

Gestern habe ich im Kino eine interessante Erfahrung gemacht. Ich war einer der wenigen, die versucht haben den Altersdurchschnitt anzuheben - erfolglos. Der Begriff Hangover” steht scheinbar nach wie vor für Teenie-Filme. Doch zuletzt war ich es der lachte und nicht die zahlreichen Pickelschubser.

In Hangover 3” muss sich das Wolfsrudel zum letzten Mal gegen den Störenfried Chow behaupten. Eigentlich hatten Phil, Stu und Doug vor, Alan zu einer Therapie zu begleiten, doch selbstverständlich kommt binnen kürzester Zeit wirklich alles anders als gedacht. Chow türmt aus einem Gefängnis und ein bis dato unbekannter Marshall kidnappt Doug. Um ihren Freund zu retten, müssen Phil, Stu und Alan Chow finden und ein für allemal dafür sorgen, dass der wilde Trip, der mit Teil 1 seinen Anfang fand, hiermit endet.

Irgendwie komisch

Regisseur Todd Phillips nahm sich scheinbar die Kritik an Teil 2 sehr zu Herzen und überraschte so ziemlich jeden im Kinosaal mit einer ruhigen und versucht tiefsinnigen Komödie, die stellenweise sogar melancholisch anmutet. Hangover 3” ist im eigentlich Sinne kein Hangover”, schließt aber noch offene Kreise, indem er sehr stark Bezug auf Teil 1 nimmt.

Vergesst, was ihr in Teil 1 und 2 gesehen habt und genießt ein etwas anderes Ende der Trilogie, das für mich persönlich einen gelungenen Abschluss darstellt. Hangover 3” ist kein Reinfall, es sei denn man erwartet einen Partyfilm, wie es die ersten beiden Teile nun einmal waren. Todd Phillips versuchte den beliebten Charakteren, allen voran Alan, mehr Tiefe zu verleihen, was ihm im Ansatz sogar gelungen ist. So scheint der Film im eigentlichen Sinne eine Alan-One-Man-Show zu sein, in der Chow den abgedrehten Sidekick gibt.

Darf ich vorstellen…

Zach Galifianakis spielt den leicht dümmlichen Besserwisser Alan derart überzeugend, dass man fast Angst bekommen könnte, er wäre im wahren Leben auch so. Ken Jeong aka Mr. Chow ist das abgedrehte HB-Männchen, das nicht selten in die Luft geht. Er ist es, der dem Film den typischen Hangover-Style verpasst und für die wildesten Szenen sorgt. Bradley Cooper gibt den immer gleichen, aber zumindest äußerst coolen Alleskönner Phil und Ed Helms als notorisches, aber immer wieder vergebliches, gutes Gewissen, darf auch diesmal wieder gehörig einstecken.

Ihr merkt, eigentlich ist alles wie immer, aber dennoch ganz anders. Denn zwischen den erstaunlich selten auftretenden Gags machen sich Nachdenklichkeit und Ruhe breit. Das Wolfsrudel scheint erschöpft und fiebert einem Ende der Reihe sichtlich entgegen. Sie möchten ihren Freund befreien und nie wieder etwas derartiges durchstehen. Lange Kamerafahrten und lediglich von ruhiger Musik unterlegte Bilder unterstützen diesen Eindruck.

Zuletzt ist und bleibt Hangover 3” aber ein amüsanter Film, der sich zwar mehr oder weniger stark von seinen Vorgängern abhebt, sich aber immer noch hervorragend eingliedert.

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit Hangover 3” und war sehr froh darüber, dass das Wolfsrudel auch im nüchternen Zustand zu unterhalten weiß. Die Story ist gut, aber (wie erwartet) keine Meisterleistung. Hangover 3” wird die Fans der Reihe auf eine harte Probe und vor eine Frage stellen: Seid ihr offen für etwas anderes (gutes)?

PS: Auf die harte Dosis Hangover” müsst ihr nicht ganz verzichten. Bleibt einfach nach dem Abspann sitzen! Und wer weiß,… vielleicht haben wir mit Teil 3 doch nicht das Ende erlebt…

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