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Happy! Review

Happy!“ von Grant Morrison ist der Grund dafür, warum Comics überhaupt gemacht werden. Denn in der Geschichte geht es Nick Sax, einen korrupten und drogensüchtigen Ex-Cop, der nur zu gerne mit roher Gewalt auf Gott und die Welt losgeht. Seine aktuelle Karriere: Killer. Und irgendwann stößt er dann auf das fliegende, kleine, sprechende und blaue Comicpferd Happy, das ihn darum bittet, eine gewisse Haley zu retten.

Noch einmal: Brutalität, Dreck und Chaos vs. niedliches Comicpferd. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und so weiß auch Happy!“ als Gegensatz an sich vollends zu überzeugen.

Darick Robertson sorgt mit seinen Zeichnungen für Gossenfeeling, das man beinahe schon riechen kann. Und mittendrin dieses putzige kleine Pferd, stets fröhlich und bedacht auf eine ganz spezielle Mission. Ganz im Gegensatz zu unserem Protagonisten Nick Sax, der nicht an fliegende Comicpferde glaubt, dafür aber urplötzlich an ein verqueres Leben nach dem Tod oder dass er schlichtweg übergeschnappt ist. Nick Sax entspringt einer Welt der Wissenschaft. In dieser glaubt man nicht mehr an den Weihnachtsmann, der in diesem Comicband übrigens auch eine gewichtige Rolle spielt. Und so tut sich Nick lange schwer, auf das Flehen des Pferdes, das einzig und allein er sehen kann, einzugehen. Zwischendrin schafft er es sogar, das Pferdchen zu vertreiben, wenngleich er es genau zu diesem Zeitpunkt benötigt hätte.

Happy!“ ist ein stetes auf und ab. Gefühle spielen beim Lesen verrückt. Man ist wahrlich hin und hergerissen zwischen Lachanfällen und blankem Entsetzen. Gewalt spielt in diesem Band eine gewichtige Rolle und wird abseits der beängstigend guten und zugleich verstörenden Optik auf nicht immer strafrechtlich unbedenklichen Worten direkt in den Kopf getragen.

Ich empfehle euch mit Happy!“ heute ein kleines Stück Comickunst. Von Crime (Noir) bis hin zu Fantasy - so etwas habt ihr noch nicht gelesen! Grant Morrison schuf eine mitreißende Geschichte, die von Seite zu Seite ihr volles Potential zu entfalten weiß. Und auch wenn es den einen oder anderen kleineren Durchhänger in der Mitte gibt, weiß das Ende mehr als zu gefallen.

So verrückt das nun auch klingen mag, aber trotz Comicpferd ist Happy!“ zugleich einer der realitätsnahsten Comics, die ich bis dato gelesen habe. Die verstörend brutale Welt in der Nick Sax wandelt muss nicht zwangsweise ein Hirngespinst sein. Genau so läuft es vielleicht in diesem Augenblick irgendwo anders auf der Welt ab. Grant Morrison weist uns darauf mit kräftigen Seitenhieben hin und präsentiert uns zugleich fesselnde Unterhaltung der besonderen Art.

Panini schreibt, dass Fans von The Boys“ mit Happy!“ happy sein werden. The Boys“ kenne ich nicht, aber wenn ihr ein Faible für einzigartige Geschichten abseits der Superheldenschiene habt, solltet ihr euch Happy!“ keinesfalls entgehen lassen!

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