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Interstellar Filmkritik

Ich war angetan, begeistert, überfordert, vertröstet und letztendlich erneut angetan. Meine erste interstellare Reise durch Christopher Nolans neuestes Werk werde ich wohl nie vergessen.

In Interstellar steht die Erde am Abgrund. Ein Familienvater gibt sein altes Leben auf und lässt alles hinter sich, um zusammen mit einem kleinen Team durch Raum und Zeit zu reisen und einen neuen bewohnbaren Planeten für die Menschheit zu finden.

Part 1: Familie

Matthew McConaughey, Mackenzie Foy, Timothée Chalamet und John Lithgow - Christopher Nolan hatte seit jeher ein gutes Händchen für erstklassige Schauspieler. Vor allem mit Matthew McConaughey landete er den für diesen Film alles entscheidenden Treffer. McConaughey ist ein Paradeschauspieler, der vor allem in der ersten Stunde des Films sein Geschick als fürsorglicher Vater und vom Leben verurteilter Mann unter Beweis stellt. Aber auch Mackenzie Foy weiß zu wahrlich jeder Sekunde zu gefallen. Und so erlebt man als Zuschauer Familiendrama pur mitsamt sarkastischen Höhen und schmerzhaften Tiefen. Ja, beinahe kommen einem selbst die Tränen, wenn ein Schicksalsschlag die Familie erneut zu trennen vermag.

Etwa eine Stunde vergeht auf der von Staub und Sand bedeckten Erde, in einer nahen Zukunft, deren Jahrzehnt zu keiner Sekunde erwähnt wird. Nolan lässt uns im Unklaren, stellt aber heraus, dass die Menschheit im Film der von heute nicht nur technisch ein gutes Stück voraus ist. So lässt uns der Regisseur anfangs noch im Ungewissen, was sich aber schon bald als logische Konsequenz herausstellen soll.

Part 2: Universum

Gravitation, Relativitätstheorie, Quantenphysik und kein Ton im All. Nolan vereint unzählige Theorien und Tatsachen miteinander, und zaubert diese schließlich mit beeindruckenden Bildern auf die Leinwand. Anfangs ist man der Überzeugung, dass ihm das besser gelang als jedem zuvor, zumal man dem Geschehen noch ein gutes Stück weit folgen kann. Danach aber setzt der Einstein-Effekt ein. Wenn das Team sich eine Stunde auf einem Planeten befindet, vergehen auf der Erde 7 Jahre. Wie funktioniert das? Nolan versucht die Relativitätstheorie schnell und prägnant zu erklären, was im Ansatz auch gut funktioniert. Doch spätestens bei der 5. Dimension im letzten Teil des Films läuft das Gehirn auf Durchzug. Man lässt die Bilder und Geschehnisse nur noch auf sich wirken.

Die Reise durch das Wurmloch ist beeindruckend, die Bilder - wie bereits erwähnt - einzigartig und die Darsteller, nun durch u. a. Anne Hathaway, Jessica Chastain und David Gyasi ergänzt, ein Augen-, Ohren- und Gefühlsschmaus. Alles wirkt stimmig und perfekt, wenn auch hin und wieder etwas zu lang. Die Entfaltung der Gefühle und Geschichte benötigt ihre Zeit, keine Frage, doch die eine oder andere Minute wäre durchaus zu kürzen geeignet gewesen.

Ganz besonders gefreut hatte ich mich im vorneherein auch auf Hans Zimmers Soundtrack zum Film, der, wie ich etwas enttäuscht feststellen musste, viel zu sehr in den Vordergrund gedrängt wurde, dort aber nur wenig zu überzeugen wusste. Zwar untermalte er die Bilder zumeist bestens, wusste dieser aber auch recht eintönig zu übertönen.

Part 3: Zeitreise

Interstellar handelt nicht wirklich vom Universum an sich, sondern vielmehr von einer Zeitreise in die Zukunft. Wie schon einmal genannt, stützt sich Nolan auf unzählige Theorien, allen voran die von Einstein. Und letztendlich führt all das zu einer Schlüsselszene in einer Art 5. Dimension, die man beeindruckend, wenn auch etwas seltsam und unpassend, umzusetzen wusste. Part 3 des Films war der, der mich dann etwas enttäuschte. Ich wurde das Gefühl nicht los, als wirkte dieser erzwungen. Natürlich ist mir die Intention bewusst, doch Nolan versuchte leider in zu kurzer Zeit alle noch offenen Fragen zu beantworten - so mein Eindruck.

Fazit

**Interstellar ist wider Erwarten nicht Nolans Meisterstück, wenngleich ich mir das so sehr wünschte. Ich weiß noch, als ich Inception das erste Mal sah und sofort wusste, dass ich diesen Film auf ewig lieben würde. Bei Interstellar kam dieses Gefühl zu keiner Sekunde auf, wenngleich ich den Film dennoch sehr mag.

Zusammenfassend konnte ich mitfühlen, mitlachen und mitfiebern. Interstellar wusste mich zu fesseln, aber schließlich nicht zu verzaubern. Schade.**

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