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Lazarus Band 1 Review

Nach einer Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam besitzen bereits heute nur 85 Menschen so viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Da erscheint es nicht abwegig, dass in einer nahen Zukunft lediglich sechzehn Familien die ganze Welt unter sich aufgeteilt haben. Und den Rest der Menschheit in »Diener« und »Müll«. Zur Absicherung von Reichtum und Macht hält sich jede dieser Familien einen genetisch modifizierten »Lazarus«, der nahezu unbesiegbar und praktisch unsterblich ist.

Eine junge Frau wird niedergeschossen, regeneriert sich, ist stinkwütend und geht auf die Angreifer los. So beginnt Lazarus” und gibt damit - im Ansatz - die Richtung vor. Wir lesen uns durch eine harte Welt, in der 16 Familien regieren. Ich muss zugeben, dass alleine die Idee einen Daumen hoch” wert ist. Und nun das aber: Greg Rucka schreibt mir etwas zu verworren. Ich tat mich zuweilen etwas schwer der Geschichte zu folgen. Nicht etwa, weil sie unverständlich wäre, sondern weil sie mir nicht flüssig genug geschrieben ist. Auch die durchweg erwartete Action weicht wortreichen Konfliktsituationen und verschwörerisch-durchschaubarem Material.

Ich möchte Lazarus” allerdings nicht schlecht reden. Unsere Heldin ist auf den ersten Blick unheimlich cool und - gewollt - spürbar Übergott”. Sie ist allerdings nicht die einzige ihrer Rasse und stößt schon bald auf einen männlichen Lazarus. Doch ob es da bereits eine Beziehung gab oder geben wird, bzw. ob sich die beiden leiden können oder nicht - Greg Rucka lässt all das und noch vieles mehr offen. Zwar kann man in diverse Richtungen denken, aber eine Auflösung lässt noch mindestens bis zum zweiten Band auf sich warten.

Die Konflikte zwischen und innerhalb der Familien tangierten mich lediglich peripher. Vermutlich hatte ich da aber auch mehr erwartet als das, was präsentiert wird. Schließlich wirkt das Geschehen (für mich) dann doch zu vertraut.

Sehr gefallen hat mir einmal mehr das Endzeitsetting, das - wie so oft - durch Wüstenlandschaften unterstrichen wird. Ich hoffe nun, dass mich Band 2 etwas mehr zufrieden stellt, indem er mir etwas mehr Auflösungen präsentiert. Und dabei interessiert es mich auch gar nicht mal, wie so ein Lazarus entsteht. Meinetwegen sollen sie einfach da sein. Greg Rucka soll einfach etwas vernünftiges mit ihnen anstellen. Im Augenblick scheinen sie trotz Verpflanzung auf das Titelbild nicht maßgeblich genug.

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