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Logan Filmkritik

Old Man Logan, X-23, Berserker Rage und so weiter. Mit Logan” erhalten Wolverine-Fanboys im Grunde genau das, worauf sie so lange warten mussten. Nach einem Totalausfall (“X-Men Origins: Wolverine”) und einem Griff ins Klo (“Wolverine: Weg des Kriegers”) haut Logan” mächtig rein, und das beabsichtigt im doppelten Sinn. Der Film ist nach/mit Deadpool einer der härtesten Marvel-Filme dieser Zeit. Hugh Jackman metzelt sich als sichtlich gealterte und partiell unsterbliche Waffe X mit seinem Mini-Sidekick Laura gnadenlos durch Gegnerhorden. Das und die zahlreichen Verweise auf zum Teil längst vergangene X-Men-Filme und -Comics machen diesen Film ungemein sehenswert.

Im Film büßt Wolverine langsam und schmerzhaft seine Heilungskräfte ein. Ein längst erkannter Fall ist eingetreten: Das Adamantium in seinem Körper vergiftet ihn schleichend aber unerbittlich. Und so möchte der alte Haudegen eigentlich nichts weiter als in Ruhe gelassen zu werden. Verständlicherweise kommt es anders: Eine kleine Mutantin braucht seine Hilfe und zu allem Überfluss hat Professor X seine eigenen Kräfte nicht mehr unter Kontrolle. Also alle Krallen voll zu tun!

Kein X-Men-Film

Logan” ist kein X-Men-Film. Nicht wirklich. Zwar erleben wir ein paar wenige Mutanten in ihrem doch eher unnatürlichen Lebensraum, in Wahrheit handelt es sich bei diesem Film allerdings viel mehr um eine Charakterstudie. Wir erleben Logan als den Mann, der er schon immer war. Und dennoch darf Hugh Jackman der Figur neue Facetten hinzufügen. So sehen wir einen gescholtenen und verletzten Mann, der erst viel zu spät erkennt, was für ihn wirklich wichtig ist.

Laura, besser bekannt als X-23, ist neben Logan der heimliche Star des Films. Dafne Keen verleiht der wortkargen Killerin dieses gewisse Etwas, das ich persönlich bereits seitens der Comicvorlagen zu schätzen wusste. Sie ist so still wie skrupellos und steht Wolverine tat- und schlagkräftig zur Seite. Schön dabei auch zu sehen: Dank Selbstheilungskräften und dem doch eher vernachlässigbarem Alter hüpft und metzelt sie wie ein in Rasierklingen getunkter Gummibär. Das ist so brutal wie spektakulär - auch von der Kamera gut eingefangen.

Sie und Logan entwickeln eine Art Vater-/Tochter-Beziehung der etwas anderen Art. Und in der hier gezeigten Dystopie ist das so nachvollziehbar wie zum Teil auch amüsant. Dennoch: Logan” ist keine Komödie. Nicht im geringsten. Es gibt zwar ein paar wenige Lacher, damit ist dann allerdings auch schon wieder Schluss. Der Film arbeitet sich zum erwarteten Finale, sprich Endkampf, vor, der schlussendlich zwar nervenzerfetzend aber auch etwas enttäuschend ausgefallen ist. Letzteres allerdings in der Hinsicht, dass ich grundsätzlich eher selten mit Endgegner-Kämpfen” zufrieden bin.

Es ist nicht alles Adamantium, was glänzt

Logan” ist nicht perfekt. Im Grunde sind die ganzen Querverweise innerhalb des X-Men-Universums doch eher schwach angedeutet, sodass sich seltene Kinobesucher über Lücken und damit fehlende Erklärungen wundern dürften. Hardcore-Fans sind da vermutlich besser beraten, obgleich selbst ich als Comicleser mit so manch einer Entwicklung meine Probleme hatte.

Zudem ist Logan”, wie bereits erwähnt, nicht der X-Men-Film, den viele vielleicht erwarten. Mutanten sind ebenso Mangelware wie Glücksgefühle. Der Film ist furchtbar düster, dramatisch und brutal.

Was bleibt ist die sinnvolle Fortsetzung einer bis dato eher unglücklichen Reihe um den wohl bekanntesten und mitunter beliebtesten Mutanten aller Zeiten. Ich mochte den Film und kann ihn Comicfans bedenkenlos empfehlen.

Werde ich mir den Film nochmal ansehen? Ja.

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