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MAINE - IV Album Review

Wir umrunden soeben die Erde. Wir überfliegen den Atlantik, erheben uns immer weiter und durchbrechen die Atmosphäre. Die Schwerkraft nimmt ab und wir entziehen uns der Gravitation unseres blauen Planeten. Die Dunkelheit des Kosmos umgibt uns allmählich, die Sterne leuchten immer heller und wirken zum Greifen nah. Wir fliegen immer weiter und entdecken die Faszination unendlicher Weiten. Der französische Künstler MAINE versetzt uns mit seinem Album IV in einen Zustand der Schwerelosigkeit und Glückseligkeit. IV ist eine klangliche Auszeit der Extraklasse.

Never Speak, Never Teach”, damit beginnt IV. Und damit beginnt auch unsere Reise fernab des vertrauten Horizonts. Diesen Track höre ich mittlerweile immer dann, wenn ich einige Minuten Auszeit benötige. Und Never Speak, Never Teach” schafft genau das: Der Track entspannt, befreit den Kopf von all dem Denken, das die innere Ruhe stört. Und auch Sauvette”, der darauf folgende Track baut auf dieses Erfolgskonzept auf. Die Ruhe geht durch Mark und Bein, obgleich der Beat an Geschwindigkeit gewinnt.

Die Geschwindigkeit nimmt weiterhin zu. Mit The Landscape Has Changed” haben wir uns ganz offensichtlich der Schwerelosigkeit ergeben. Unser Raumschiff dreht sich im luftleeren Raum, wir sehen die Erde in ihrem strahlenden Blau immer kleiner werden. Mit The Place No One Knew” nähert sich daraufhin ein uns noch unbekannter Planet, den wir allerdings nur im Vorbeiflug entdecken, während die Geschwindigkeit weiterhin zunimmt.

Journal d’un Siècle” schreit förmlich STOPP! Die sphärischen Klänge beruhigen den nur leicht geförderten Adrenalinspiegel, während wir langsam aber sicher die Vorbereitungen zur Lichtgeschwindigkeit treffen. L’Illusioniste” ergänzt das durchweg stimmige Repertoire um neue Töne, ansprechende Melodien und klangliche Ausgeglichenheit. Doch was ist das? Doon” kündigt sich mit schweren Drums und Melodien an, ein Eindringling also, der sich letztendlich als Freund entpuppt?

Les Amants du Pont Neuf / Field Song” - Ungewissheit verbreitet sich innerhalb der Crew. Wer ist der Eindringling? Wo kommt er her und was will er? Mit Sorcière Déesse du Boulevard de Magenta” nehmen wir ihn in unsere Crew auf, reisen weiterhin durch die endlose Dunkelheit hin zur Erkundung neuer Welten. Die Aufregung der letzten Minuten verfliegt ganz leicht, die Ruhe kehrt allmählich zurück.

Ein unbekannter Planet! Wir starten die Erkundung mit On le Pleure Mort” und treffen dabei auf Daft Punk, die soeben mit Tron: Legacy” die außerirdischen Massen begeistern. Ein kleines Déjà-vu, das uns sehr erfreut. Doch bei der weiteren Erkundung des Planeten treffen wir auf Uncommon Places”, düstere Orte, die trotz unserer Thermo-Raumanzüge und der zuvor erlangten Ruhe für Gänsehaut sorgen.

Calcite” - wir treffen auf weitere Bewohner des Planeten. Und auch diese spielen Musik, ganz klar mit einem französischem Einschlag - das ist einfach nur wunderbar.

Wir müssen zurück, treten mit La Rivière Rouge” eine lange, aber schöne Rückreise an. Der Sound begleitet uns, treibt uns voran. Und schließlich landen wir mit For Eugéne” auf unserem Heimatplaneten. Wir haben viel zu erzählen, wir haben viel erlebt, wir haben uns entspannt und wurden dennoch überrascht.

IV ist, kurz gesagt, ein wunderschönes Album. Sehr verträumt und sphärisch, ein Spacetrip der Extraklasse. Man kann in IV viel hineininterpretieren. MAINE weiß, wie man die Fantasie anregt und gleichzeitig aber auch eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Er ist ein außergewöhnlicher Künstler, den ich ab sofort weiter im Auge behalten werde.

Release: 1. Juli 2016

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