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Mission: Impossible II Filmkritik

Oh John Woo, was hast du nur aus diesem Film gemacht…

Mission: Impossible II verkam durch den Meister der Zeitlupe zu einem fast schon kümmerlichen Actionfilm, der so unrealistisch ist, dass die guten alten Godzilla-Streifen aus Fernost im direkten Vergleich wie eine Dokumentation wirken. Aber bevor ich weiter kritisiere, rollen wir die Geschichte von Anfang an auf.

Im 2. Mission: Impossible” darf Ethan Hunt (Tom Cruise) die Welt vor dem Killervirus Chimera” beschützen und sich verlieben. Besonders viel Tiefgang oder Spannung darf man also nicht erwarten, wenn im Minutentakt Actionszenen auf einen eindonnern und die gelungene Agenten-Atmosphäre des ersten Teils ausbleibt. Die Geschichte bröckelt ohne nennenswerte Höhepunkte bis zum - zumindest gewollt - fulminanten Ende, das alles bisher dagewesene an maßlos übertriebener Action in den Schatten stellt. Denn wenn 2 Motorräder mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinander zurasen, beide Fahrer kurz vor dem Zusammenprall abspringen, sich dadurch hart in die Arme fallen und gemeinsam eine ca. 10 Meter tiefe Klippe runterpurzeln, nur um sich daraufhin gefühlte 15 Minuten im Sand zu prügeln, dann kann man getrost von Schwachsinn sprechen.

Der Regisseur John Woo mag vielleicht den einen oder anderen gelungenen Film auf die Beine gestellt haben, verzichtet aber (unglücklicherweise) nie auf seine Markenzeichen, die gleichzeitig auch seine größten Schwachpunkte sind. Durch das Bild fliegende Tauben mögen vor vielen Jahren innovativ gewesen sein, wirken aber in Mission: Impossible II schlichtweg falsch. Und wenn Tom Cruise das 10. Mal in Zeitlupe durchs Bild geht, hat man die Vorspultaste eigentlich schon fest im Griff. Warum also sollte man sich den Film ansehen, bzw. nicht ansehen? Nicht ansehen sollte man den Film, wenn man einen würdigen Nachfolger zu Mission: Impossible erwartet. Ansehen sollte man den Film, wenn einem völlig egal ist, wer Ethan Hunt ist und man auf ziemlich hirnlose Action steht. Und obwohl die Geschichte um den Killervirus” mehr Mittel zum Zweck ist, sorgt die eine oder andere krankheitserregende Szene für Gänsehaut.

Der Drehbuchautor hat es leider verpasst, den Charakteren genügend Tiefe zu spendieren. Tom Cruise oder sein Gegenspieler Dougray Scott sind hier leider nur austauschbare Spielfiguren, die aber wenigstens hart austeilen können. Dougray Scott ist zudem ein lediglich mäßiger Bösewicht, der insgesamt zu mädchenhaft agiert. Ving Rhames spielt genau die Rolle, die er auch schon im ersten Teil gespielt hat. Ich muss demnächst einmal prüfen, ob er vll. sogar die selben Worte sagte. Und Thandie Newton als Hunt-Girl” ist zumindest schön braungebrannt.

Fazit

Teil 1 top, Teil 2 flop. John Woo’s Stilmittel katapultieren Mission: Impossible II in den Action-Olymp, zerstören aber auch gleichzeitig die Atmosphäre, die den ersten Film ausmachte.

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