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Sein letztes Rennen Filmkritik

Dieter Didi“ Hallervorden ist eine deutsche Legende. Und ich bin stolz, solch wunderbare Werke wie Didi — Der Doppelgänger“ oder die Didi-Show“ noch zu kennen. Lange war es um den deutschen Ausnahme-Komiker etwas ruhiger geworden, doch mit Sein letztes Rennen“ meldete er sich letztes Jahr mit einem Paukenschlag zurück. Dabei ist Sein letztes Rennen“ keine Komödie, sondern ein großartig inszeniertes Drama mit viel Herz und einem perfekt spielenden Dieter Hallervorden.

Im Film ist Dieter Hallervorden Paul Averhoff, eine Marathon-Legende. Mit 70 Jahren dürfen“ er und seine Gattin im Altersheim Kastanienmännchen basteln. Doch das ist ihm nicht genug. Für ihn kann das nicht das Ende sein. Er braucht ein Ziel vor Augen, den Berlin-Marathon. Fortan trainiert er über alle Regeln des Heims hinweg und bleibt solange tapfer, bis seine Frau stirbt.

Sein letztes Rennen“ ist so schön wie dramatisch, vor allem aber ehrlich. Der Film ist eine Persiflage auf die Zustände in deutschen Altersheimen und wirft mit Gesellschaftskritik nur so um sich. Und so wirkt es auf den ersten Blick äußerst verwunderlich, dass der doch eigentlich so komische Dieter Hallervorden mit dieser Hingabe einen alten Menschen in Not spielen kann. Die Rolle des bedrückten Ex-Sportlers nimmt man ihm zu jeder Zeit ab. Diese Mischung aus Naivität, Ehrgeiz, Liebe und Verletzlichkeit ist so überrascht wie großartig. Auch Tatja Seibt als seine Gattin im Film ist in ihrem Wirken äußerst überzeugend. Dazu ist sie auch im Alter noch eine äußerst attraktive Frau, das aber nur am Rande. Die Nebendarsteller des Geschehens, rund um Heike Makatsch als gestresste Stewardess und Tocher, sowie Frederick Lau als Pfleger mit eigenen Vorstellungen, sind gut gewählt und überzeugen auf ihre jeweils eigene Art und Weise. Einziger Wermutstropfen: Die allseits tönende Berliner Schnauze könnte mancherorts für Verständnisprobleme sorgen.

Sehr viel Drama, ein Hauch Komödie und natürlich der Sport. Dieter Hallervorden läuft wortwörtlich um sein Leben und macht dabei eine ziemlich gute Figur. Sein aufrechter Laufstil ist eine Schau für sich, aber keinesfalls als lächerlich anzusehen. Witzig hingegen sind die vielen Bilder im Film, die immer wieder Hallervordens junges Gesicht auf den Körpern von Läufern zeigen. Ein klein wenig mehr Photoshop-Arbeit wäre hier angebracht gewesen. Zudem hatte ich, obwohl der Film gerade einmal 114 Minuten läuft, beständig das Gefühl, als würde ich schon 3 Stunden gucken. Der Film zieht sich spürbar, bleibt aber dennoch stets sehenswert. Wenn man sich dazu zwingt am Ball zu bleiben, wird man letzten Endes auch belohnt.

Fazit

Sein letztes Rennen“ wird als Dieter Hallervordens großes Comeback gefeiert. Ja, das ist es. Ich persönlich hätte ihm solch eine Rolle nie zugetraut und bin deshalb umso mehr begeistert. Und auch wenn der Film zuweilen etwas lang wirkt, ist er endlich einmal wieder großes und vor allem ehrliches deutsches Kino.

Der Film ist ab dem 28.03.2014 im Handel auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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