DARK Staffel 1 & 2 Review

DARK Staffel 1 & 2 Review

Meine letzten Tage und Wochen Medienkonsum konzentrierten sich allen voran auf eine Serie: DARK. Eine Zeitreiseserie deutscher Herkunft.

Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei?

Wie so oft bei Zeitreisefilmen und/oder -serien, kommt genau dieses wundervolle Sprichwort zum Tragen. DARK macht daraus eine Tugend. Die gesamte Serie – zumindest bis zum erschütternden Ende der 2. Staffel – fokusiert sich auf genau dieses eine Thema. Wo Marty McFly mit Kleinigkeiten die Zukunft veränderte, ändert die Zukunft hier die Vergangenheit und umgekehrt. Alles ist verbunden, wie es so oft und gerne in unzähligen Folgen der Serie erwähnt wird.

Alles ist verbunden.

Die Kleinstadt Winden ist ein eigenartiges Nest aus Intrigen. So zumindest der Anschein. Doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass all die Geschehnisse nicht aus zufälligen Ereignissen entstehen. Vielmehr sind es die zahlreichen Zeitsprünge, die für allerhand Verwirrung unter den Mitgliedern der insgesamt 4 im Fokus stehenden Familien sorgen, die da wären: Familie Doppler, Tiedemann, Kahnwald und Nielsen.

Denk nach McFly, denk nach!

Biff hatte recht, denn ohne Nachdenken steigt man sehr schnell wieder aus. Bereits mit den ersten beiden Episoden der 1. Staffel war die Verwirrung bei mir perfekt. Und es wurde nicht besser. Zumindest solange nicht, bis ich das Ende der 1. Staffel sah, die zwar vieles auflöste, allerdings auch einen neuen Spannungsbogen hin zur 2. Staffel öffnete. (Selbiges dann von S2 zu S3…)

Es macht Spaß mitzudenken! Die Charaketere sind perfekt geschrieben und durchweg interessant. Ja, natürlich steht irgendwie Jonas Kahnwald im Mittelpunkt, der mehr als nur einen Schicksalsschlag hinnehmen muss. Doch auch andere Charaketere wie Ulrich Nielsen sind erschreckend spannend entworfen. Es macht also nicht nur Spaß mitzudenken, es macht außerdem sehr viel Spaß mit den Figuren mitzufiebern. Denn ein jeder kämpft mit seinem ganz eigenen Schicksal, das sich – trotz Zeitreisen – offensichtlich nicht ändern lässt. Oder etwa doch? Die Serie führt den Zuschauer zwar nicht an der Nase herum, klärt allerdings auch nicht jede noch so kleine Frage auf. Daraus ergibt sich eigentlich nur eine Hoffnung meinerseits: Baut ja keinen Mist mit Staffel 3, dem 3. Zyklus! (Ja, ich spiele auf das miserable Ende der Serie LOST an!)

Die Deutschen haben’s ja doch drauf..!

Ich bin noch immer der Auffassung, dass viele deutsche Filme grausam sind. Ja, es gibt durchaus Ausnahmen, doch das meiste schmerzt erst in den Augen, dann im Kopf. Bei DARK ist das anders. Bei der Serie kann man getrost von einer hollywoodreifen Inszenierung sprechen. Großartige Kameraarbeit, hervorragende Bilder, einzigartige Darsteller (ob jung oder alt – großartige Darstellerauswahl & Masken) mit Wiedererkennungswert sowie ein absolut eingängiger Score des Künstlers Ben Frost, der sich schon mit den ersten Tönen im Gehör manifestiert. Nichts desto trotz hatte ich allen voran zu Beginn den Eindruck, dass vieles überstürzt wirkte. Ein Irrtum! Bleibt einfach am Ball, dieser Jenga-Turm wird nur höher und stabiler.

Zeitreisen.

Das Kernstück ist nicht die Kernkraft, die zwar auch einen hohen Stellenwert in der Serie hat, sondern die Zeitreisen mitsamt den üerzeugenden Zeitebenen. 33 Jahre vor oder zurück, man glaubt sofort, dass man in den 80ern, den 50ern oder den 20ern ist. Auch die Zukunft ist überzeugend, wenngleich Jonas es genau dort schafft, ein offensichtlich massives Stahlrohr mit seinem Kopf zu verbiegen, als er auf seinem Weg zum Kernkraftwerk nur leicht dagegen stößt. (Sorry, diesen Film-/Serienfehler konnte ich mir nicht verkneifen.) 🙂

Zurück zur Henne. Oder zum Ei? Mittlerweile ist es mir sowas von egal, was zuerst da war. Ich für meinen Teil habe verstanden, was mir die Macher mit all den Ereignissen erzählen wollten. Wer hier jetzt Mutter, Vater, Sohn, Tochter oder einfach mal alles zusammen ist, spielt doch schon gar keine Rolle mehr. Nach dem Ende der 2. Staffel wird eine noch viel größere „Zeitebene“ geöffnet, die mich freudig in die Zukunft blicken lässt.

Zusammenfassend ist DARK eine der besten Serien, die ich je gesehen habe. Und das nicht nur, weil ich ein sehr großer Fan des Themas Zeitreisen bin. Die Serie ist – dem titelgemäß – wunderbar düster, überzeugt mit erstklassigen Charakteren und hat nebenbei zu all den Verwirrungen auch viele schöne Momente zu bieten, allen voran die kleinen Romanzen zwischen den unterschiedlichen Familienmitgliedern über Zeitebenen hinweg.

Copyright Plakat: Netflix

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Danke, Dein Dominik
Geschrieben von
Dominik Höcht
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