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Skyfall Filmkritik

Nun befinde ich mich in der zwar nicht außergewöhnlichen, aber immerhin schwierigen Lage, als Bond-Fan und Filmkritiker Skyfall” korrekt und glaubhaft zu bewerten. Erschwerend dazu kommt der Umstand, dass mich das mittlerweile 23. Bond-Abenteuer mehr als begeistert hat.

Eine generell gute Idee ist es, die Sache von vorne aufzurollen. Deshalb möchte ich, genau wie Skyfall” selbst, nicht mit Traditionen brechen und euch einen kleinen Einblick in die Story bieten. So handelt Skyfall” nicht - wie sonst üblich - von einem Irren, der die Weltherrschaft an sich reißen will, sondern von einem Irren, der Rache verüben möchte. Doch so mitreißend und anders Javier Bardem den Schurken bei extrem wenig Screentime auch spielen mag, so steht nicht er im Vordergrund, sondern James Bond selbst, der scheinbar in die Jahre gekommen ist. Musste er sich in Casino Royale” erst noch an seine neue Rolle als Doppel-Null-Agent gewöhnen, so gehört er in seinem 3. Film bereits zum alten Eisen. Für ihn gilt es nun, das Gegenteil zu beweisen und sich seinen Titel zurückzuerobern.

Auf seinem Weg zurück zur alten Form bereist er unzählige Länder und Locations, die abwechslungsreicher und schöner nicht sein könnten. Allein die Szene in einem Hochhaus in Shanghai, beleuchtet von unzähligen Neonröhren, zählt zu den optisch beeindruckendsten in der Geschichte von James Bond. Ein spektakulärer und hervorragend choreographierter Kampf in Licht und Schatten rundet den mehr als positiven Gesamteindruck ab. Immer wieder faszinierend sind natürlich auch Szenen in Istanbul auf und über den Basaren, sowie in einem, in sanftem Rot eingetauchten, Casino, in einer gespenstisch anmutenden Geisterstadt oder dem beängstigenden Ort des umwerfenden Showdowns. Allgemein gehen Szenerie und Action in Skyfall” Hand in Hand. Beispielsweise der Kampf auf dem Zug ist so imposant wie gut gefilmt. Actionszenen fallen bedeutend weniger wackelig aus als in anderen Hollywood-Produktionen und erinnern an die guten alten Zeiten, als zwar noch deutlicher als heute an Gesichtern vorbei geschlagen wurde, genau dieses Luftloch aber in Großaufnahme und ohne Schüttelfrost auf der Kinoleinwand präsentiert wurde.

Daniel Craig zeigt uns, im Gegensatz zu seinem leicht überheblichen und unbesiegbaren Erscheinungsbild in Casino Royal”, hier eine etwas andere, menschlichere Seite von James Bond. Er ist weder unsterblich, noch sonderlich zerbrechlich. Er ist herausragend in dem was er tut, aber immer noch ein gewöhnlicher Mensch. Dieser Bond ist erfrischend anders, aber dennoch vertraut. Durch seine Performance wirkt die Geschichte glaubhaft und interessant. Neben ihm sorgen viele weitere Darsteller, darunter Judi Dench als M” oder das Jungblut Ben Whishaw als neuer - und endlich überhaupt einmal wieder ein - Q” für zahlreiche unvergessliche Momente. Vor allem Ben Whishaw wirkt in seiner Rolle anfangs derart absurd, dass man ihn einfach lieben muss. So sorgt ironischerweise vor allem er für einige Anspielungen auf alte Bond-Filme, die Kenner sofort zu schätzen wissen. Und wenn nicht gerade Q” für den einen oder anderen Lacher sorgt, dankt man Regisseur Sam Mendes dafür, dass er immer und jederzeit das Geschehen mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert. Müsste ich dann doch noch einen Kritikpunkt anbringen, dann würde es sich lediglich um das Bond-Girl Bérénice Marlohe handeln, die ich nicht wirklich als ernsthafte Schauspielerin erachte, da sie mit ihrer ungeschickten Performance leicht deplatziert wirkt und offensichtlich nur ihres Aussehens wegen in diesem Film landete.

Fazit

Mit Skyfall” findet James Bond ansatzweise zurück zu seinen Wurzeln, bleibt aber dennoch zeitgemäß und eigenständig. Sowohl Fans der Reihe, als auch Neueinsteiger, werden diesen Film nicht nur aufgrund der zahlreichen Anspielungen auf Bond-Klassiker zu schätzen wissen, sondern vor allem, weil der Film in allen Belangen hervorragend gemacht ist und über die 2 1/2 Stunden bestens zu unterhalten weiß.

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