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Superman: Erde Eins (Band 2) Review

J. Michael Straczynski’s Neuinterpretation von Superman geht weiter. Band 1 hat mir im November letzten Jahres schon gut gefallen und auch Band 2 weiß mit einem etwas anderen, frischeren Superman zu gefallen.

In Band 2 muss sich Clark dem sog. Parasiten stellen. Einem Kerl, dem eine bitterböse Vorgeschichte spendiert wurde. Diese entlädt sich letztendlich in einem Superschurken, der in bester Captain Manhattan”-Manier verwandelt wird. Der Parasit schafft es, Superman seine Kräfte zu entziehen und diese gegen ihn einzusetzen. So spürt Clark Kent das erste Mal am eigenen Leib, was es heißt sterblich zu sein. Von langer Dauer ist dieser Zustand natürlich nicht, aber immerhin führt genau dieser Umstand zu neuen Gedankengängen in seinem allwissenden Kopf.

Clark kämpft auch diesmal wieder mit sich selbst und seiner Umgebung. Es geht nicht unbedingt um den x-ten, immergleichen Gegnertyp, sondern vielmehr um seine Andersartigkeit und wie er damit auf seinem neuen Heimatplaneten umgehen soll. Straczynski schafft es, dem Charakter ein nachdenkliches, aber dennoch heldenhaftes Leben einzuhauchen. Dabei spielt er geschickt mit Rückblenden und zaubert einige tolle Momente auf die Seiten - Überraschungen hingegen bleiben weitestgehend aus. Lediglich das Ende des Bandes - Teil 3 darf/wird kommen - stellt eine herrliche Hommage an den Superman dar, den nun wirklich jeder kennt.

Ganz stark fand ich die Rückblende in der Clark einem Mädchen erzählt, wie er einmal eine Katze hatte. Diese Geschichte ist wunderbar geschrieben und von Shane Davis mindestens genauso herzzerreißend gezeichnet. Clarks Gefühle spielen von Anfang bis Ende eine bedeutende Rolle und machen aus dem allseits bekannten Mann aus Stahl einen tragischen Helden, der zwar einerseits ein Kindskopf ist, andererseits aber stets versucht sich anzugleichen um geliebt zu werden. Und Liebe ist das Stichwort: Clark lernt endlich ein Mädchen kennen - nein, nicht Lois - die ihn will. Dumm nur, dass sein irdischer Vater ihn einst davor warnte, dass er aus Stahl sei und ein Mädchen aus Seidenpapier.

Quälende Fragen ohne Ende für Clark. Außer Frage stehen hingegen Shane Davis’ Zeichnungen, die wieder einmal herausragend sind. Emotionen lassen sich blitzschnell von Gesichtern ablesen, Panels sind stellenweise äußerst detailreich ausgefallen - man achte auf den Büroraum im Daily Planet - und Superman sieht einfach verdammt cool aus, wenngleich mir der New 52”-Superman mittlerweile noch besser gefällt. Der Hoodie aus dem ersten Band wurde (endlich) gegen Krawatte und Brille getauscht. Schließlich trägt Superman im wahren Leben seine Maske. Ich mag Davis’ Style sehr, da er sich vom geleckten 08/15-Superheldenlook noch einmal ein ganzes Stück unterscheidet.

Fazit

Straczynskis Superman ist anders und genau deshalb so gut. Er ist nicht nur der übermächtige und selbstlose Held, sondern vor allem ein Teenager, der seinen Platz auf der Erde noch nicht gefunden hat. Das ist erfrischend anders und macht sehr viel Lust auf den 3. Band, der nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte:

I’m writing Volume 3 of Superman: Earth One, which is going to tie together elements from the first two books and answer the key question from Volume 1: who was that guy who ordered a hit on Krypton?

J. Michael Straczynski

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