Compilerbau – North Wall Album Review

Compilerbau – North Wall Album Review

Auf der steten Suche nach neuen Synthwaves stieß ich zuletzt auf Compilerbau. Daraufhin hörte ich in das am 19. April 2016 erschienene Album „North Wall“ hinein, nur um es nach wenigen Minuten via Bandcamp zu erwerben.

Compilerbau überzeugte mich tatsächlich in nur wenigen Minuten mit seinem ganz eigenen Stil, fernab zahlreicher Synthwave-Künstler. Hier merkt man mit jedem Ton, dass der Künstler schon länger im Gewerbe ist und weiß, was er tut. Seine Tracks wirken von Anfang bis Ende rund, oftmals träumerisch, manchmal treibend, vor allem aber einzigartig. Und obgleich dieser Einzigartigkeit kam ich nicht umhin, gewisse Parallelen zu Tracks der 80s/90s zu entdecken. Ein Hauch „Top Gun“ hier, ein wenig „Manta Manta“ mit „Last Train To Trancentral“ von The KLF da, aber wirklich nur ein klein wenig.

Das Album beginnt mit „Forbidden Challenge“, einem „ghosty“ Track, wenn man denn so sagen will. Etwas düsterer und ein klein wenig rätselhaft, vor allem aber auch treibend – perfekt für eine Spritztour im Ferrari Testarossa. Daraufhin durchqueren wir mit unserem Flitzer eine Strandpromenade im Sonnenuntergang: „Neon Drive“ ist Beachfeeling und die pure Lust am Fahren. „Fabienne“ hat dann diesen Mystery-Touch, ein klein wenig Faltermeyer-Eingebung, ein Hauch von Ottos Detektivarbeit aus dem Film „Otto – Der Außerfriesische“, „Fabienne“ überzeugt!

„North Wall“, der titelgebende Track ist wohl ein oder DAS Highlight des Albums. Schon in den ersten Sekunden wird man mitgerissen, wünscht sich Sonnenschein, ein Cabrio und mehrere hundert PS unter dem Hintern. Dieser Track motiviert, ist aber gleichzeitig auch ein klein wenig eintönig. In den ca. 4:30 Minuten fühle ich mich bestens unterhalten, werde aber nur selten überrascht. Allgemein wirkt das Album etwas zu straight forward. Es ist schwierig zu erklären, aber ich möchte als Beispiel Absolute Valentines Album „Police Heartbreaker“ heranziehen. Beinahe jeder Track überrascht mehrmals mit unerwarteten Sounds, Geschwindigkeitswechseln oder alternativen Melodien. Wo also bei „Police Heartbreaker“ beinahe schon zuviel passiert, kämpft „North Wall“ (nur ganz wenig) mit einer gewissen Eintönigkeit. (Nicht falsch verstehen: Das ist Kritik auf höchstem Niveau.)

„Skigymnastik“ ist nicht nur ein interessanter Titel, sondern auch in Sachen Melodie ansprechend. Ich mag die eingesetzten Klänge, den Drum und diesen Hauch von Soundtrack-Charakter. „Downhill“ ist erneut etwas düsterer und erinnert wieder stärker an „Forbidden Challenge“. Würde man also mit diesem Album einen Film unterlegen, wäre der Held nun wirklich in der Bredouille. Der abschließende Track „773“ ist Happy End und Abspann in einem, sowie ein kleiner Ausreißer aus dem Gesamtkonzept des Albums. Absicht oder nicht? Vielleicht mag sich Compilerbau dazu ja in einem Kommentar äußern? 🙂

Zusammenfassend hat mich „North Wall“ zu einem schnellen Kauf verleitet. Das Album bietet eine unvergleichliche 80s-Atmosphäre, die mich gedanklich in zahlreiche Filme dieser Zeit zurückversetzte.

Compilerbau – North Wall Download/Stream

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Compilerbau – North Wall Tracks/Rating

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Danke, Dein Dominik
Geschrieben von
Dominik Höcht
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