Robert Parker – Crystal City Album Review

Robert Parker lässt die 80s-Disco los, anders kann man es einfach nicht sagen. Und ist das nun schlecht? Im Gegenteil! Denn genau damit schuf der Synthwave-Künstler Robert Parker ein äußerst eigenständiges Album, das sich deutlich von den Werken seiner Mitstreiter abhebt, zumeist mit betörender Ohrwurmgarantie.

„Crystal City“ startet mit dem bereits seit längerer Zeit verfügbaren Track „Sweet Nothings“, der für mich auch nach Erscheinen des vollständigen Albums das Aushängeschild darstellt. Unabhängig davon, dass sich die Hall-verstärkten Lyrics (beinahe zu) oft wiederholen, entweichen sie dem Gehörgang und letztendlich auch dem Musik-Speicher im Kopf nur noch schwer.

Nach dem rasanten „Sweet Nothings“ folgt das etwas ruhigere „Love Theme“, das in Zusammenarbeit mit Maethelvin entstanden ist. Auch „Love Theme“ ist ein bemerkenswerter Track, der vielleicht nicht mehr ganz an die Brillanz von „Sweet Nothings“ heranreicht, ein Mitschwingen meiner Hüfte allerdings nur schwerlich vermeiden kann. „Silver Screen Cruising“ gibt wieder Vollgas und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob ich nun in der Disco das Tanzbein kreisen lassen soll oder gedanklich einen wunderschönen alten Lamborghini vor Strandkulisse dahinrasen sehe. Für mich ist „Silver Screen Cruising“ ein kleines Stück weit „Miami Vice“-Feeling. Währenddessen verrichtet bei „Generation ’82“ die Elektrogitarre ihren schmutzigen Dienst – ich werde gut unterhalten, warte aber auch leicht enttäuscht auf den nächsten Track.

„’85 Again“ mit Miss K’s äußerst schönen und eingängigen Lyrics lässt den Film „Drive“ vor meinem inneren Auge ablaufen und erinnert mich im gleichen Zuge leicht an „A Real Hero“ von College und Electric Youth, ganz im positiven Sinne. Mein Ohrwurm Nr. 2, direkt nach „Sweet Nothings“ – sehr schön gemacht!

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„Guilty Pleasure“ ist nun Disco total. Lyrics in der Dauerschleife und stampfend-schneller Synthie-Sound, der das Herz im genau richtigen Tempo auf Hochtouren bringt. „Guilty Pleasure“ ist toll, aber nach längerem Hören irgendwie zuviel des Guten. Auch „One Love“ ist ein ganz eigener Track, der zwar perfekt auf das Album passt, mich persönlich allerdings nicht oft zum wiederholten Anhören bewegt.

„Arcade Oliver“ entstand in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls großartigen Waveshapper und setzt das Thema Arcade absolut perfekt um. Die stimmigen 8 Bit-Sounds passen sich perfekt ins Geschehen ein und verlocken umgehend dazu, den nächsten Pac-Man-Automaten aufzusuchen. Ein weiteres Highlight dieses Albums!

„Seasons of Lust“ erinnert im ersten Augenblick an das Main-Theme aus „Top Gun“, im zweiten dann irgendwie auch. Schließlich handelt es sich hierbei um ein Liebesthema, das perfekt eingefangen wird. Im großen Kontext des Albums wirkt es meiner Meinung nach allerdings etwas fehl am Platz. Schließlich erkenne ich in „Crystal City“ keinen „Soundtrack“, der mehrere Etappen durcharbeiten müsste.

Das titelgebende „Crystal City“ rundet das Album mit schönen Synth-Sounds und einer vertraut-eingängigen Melodie ab. Zwar überzeugt der Track nicht vollends, doch als unaufdringliche Hintergrundmusik für denk- oder lernintensive Minuten wanderte er schnell in meine entsprechende Playlist.

Zusammenfassend ist „Crystal City“, von New Retro Wave groß angekündigt, ein durchaus gelungenes Synthwave-Album mit einigen Facetten. „Crystal City“ bietet in meinen Augen/Ohren allerdings nur drei wahre Highlights abseits der gehobenen Mittelklasse an restlichen Tracks.

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Robert Parker – Crystal City Tracks/Rating

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