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The Amazing Spider-Man Filmkritik

Nur 10 Jahre ist es her, dass Tobey Maguire als (damals noch nicht amazing) Spider-Man für Recht und Ordnung sorgte. Natürlich kommt da schnell die Frage auf, ob ein Reboot für einen noch so jungen Film notwendig gewesen wäre. Gehen wir also ans Eingemachte!

Story

The Amazing Spider-Man” erzählt die Geschichte von Peter Parker (Andrew Garfield), einem High School Schüler und Außenseiter, der als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen worden ist und seitdem von seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field) aufgezogen wird. Wie die meisten Teenager, versucht Peter herauszufinden, wer er ist und wie er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Außerdem findet er seine erste High School Liebe, Gwen Stacy (Emma Stone). Gemeinsam kämpfen die beiden um Liebe, Hingabe und Geheimnisse. Als Peter einen mysteriösen Aktenkoffer entdeckt, der einst seinem Vater gehört hat, fängt er damit an, Nachforschungen anzustellen, weil er verstehen will, warum seine Eltern damals so plötzlich verschwunden sind. Seine Recherchen führen ihn direkt zu Oscorp und dem Labor von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), dem ehemaligen Partner seines Vaters. Nachdem Spider-Man sich auf einen Kollisionskurs mit Connors Alter Ego Die Echse begeben hat, muss Peter einige lebensverändernde Entscheidungen treffen, wie er seine Kräfte einsetzt. Und er formt sein Schicksal, ein Held zu sein.

The Amazing Spider-Man” als eigenständiger Film

Natürlich kommt der Film nicht um den Vergleich mit seinem Vorgänger herum. Dazu aber erst später mehr. Zuerst möchte ich auf The Amazing Spider-Man” eingehen, als hätte es vorher nie einen Spider-Man-Film gegeben. Schwierig, aber möglich!

The Amazing Spider-Man” orientiert sich stark an seiner Comic-Vorlage. Peter wird von einer genetisch veränderten Spinne gebissen und ist fortan ausgestattet mit schier unmenschlichen Kräften. Er kann an Wänden entlang krabbeln, ist bedeutend stärker und hat den sogenannten Spinnensinn, mit dem er nahende Gefahren frühzeitig spürt und ihnen damit aus dem Weg gehen kann. Über eine Eigenkonstruktion an seinen Handgelenken kann Spider-Man Netze” verschießen, mit denen er sich zum Beispiel durch Häuserschluchten schwingt.

Andrew Garfield gibt die coole” Peter-Version ab, die Skateboard fährt, trendige Hoodies trägt und sich nichts gefallen lässt. Genau das sollte der gewünschten, jungen Zielgruppe gefallen. Denn schließlich bekommt er im späteren Verlauf das begehrte Mädchen ab. Emma Stone spielt dieses zuckersüße Girlie, das sich Hals über Kopf in Peter verliebt und sogar seine 2. Identität kennen darf. Die beiden ergeben das perfekte Teenie-Pärchen, wie es sich wohl jeder Jugendliche erträumt. Bis es allerdings soweit ist, erwartet uns eine lange Einführungsphase aller Charaktere. Darunter natürlich Onkel Ben, Dr. Curt Connors oder Captain Stacy (Denis Leary), der ebenfalls eine große Rolle spielt. Wirkliche Ausfälle gibt es bei den Darstellern nicht, auch wenn mir persönlich Dr. Curt Connors, der als Gegner die zweitgrößte Rolle im Film einnehmen soll, etwas zu kurz kommt. Generell scheint es so, als ob Rhys Ifans nicht mehr Einsatz zeigen konnte oder durfte. Die wenigen Herzschmerz-Szenen hingegen sind gelungen und wissen zu fesseln.

Nach der zwar nicht langweiligen, aber immerhin ruhigen ersten Hälfte des Films, erleben wir in der zweiten Hälfte ausreichend Spidey-Action, die gut choreographiert und geschickt von der Kamera eingefangen wurde. Spidey schwingt sich beeindruckend und stellenweise aus der Egoperspektive durch die großen Häuserschluchten und zeigt dabei fließende Bewegungen, die das unverwechselbare Feeling der Comics wunderbar einfangen. Auf Wackelbilder hat man übrigens die ganze Zeit über so gut wie verzichtet, was ich dem Regisseur hoch anrechne.

Spider-Man darf gehörig einstecken und zeigt mit Schrammen und Blutergüssen, dass sich der Film ganz klar an Vorbildern wie The Dark Knight orientiert. Lediglich einige Neon-Werbetafeln lenken von der düsteren Grundstimmung des Films ab, die allerdings nicht immer funktionieren will. Andrew Garfield ist zweifellos talentiert, verkauft sich hier aber manchmal unter Preis, indem er Schauspiel ohne Leidenschaft zeigt.

Insgesamt kann man sagen, dass The Amazing Spider-Man” ein wirklich gelungener Superhelden-Film ist, der vor allem Fans des Wandkrabblers größtenteils begeistern dürfte.

The Amazing Spider-Man” vs. Spider-Man”

Die wichtigste aller Fragen zuerst: Hätte es das Reboot gebraucht? Nein. Nach der bekannten, aber abgewandelten, Einführungsphase läuft vor uns ein Spidey-Film ab, der sich gut in die alte Trilogie eingegliedert hätte. Andrew Garfield hätte genauso gut Tobey Maguire sein können und die Echse ist eigentlich nur ein weiterer Gegner. Die großen Unterschiede zwischen den Filmen sind im Endeffekt das andere Mädchen und der neue Hauptdarsteller.

Müsste ich jetzt entscheiden, welcher Film besser ist, könnte ich aktuell keine Antwort geben. Jeder Spider-Man ist auf seine Art und Weise gut. Ich mochte die Maguire-Filme, da er den für mich glaubwürdigeren Peter Parker verkörperte. Der neue Spidey-Film passt aber einfach besser in die heutige Zeit, auch wenn man vom Vorgänger noch nicht das Gegenteil behaupten könnte. The Amazing Spider-Man” ist ein klein wenig düsterer, bietet noch effektvollere Action und lockt natürlich mit 3D, das aber einmal mehr nicht wirklich überragend ist und zu selten eingesetzt wird.

Da The Amazing Spider-Man” weder schlechter, noch besser ist als sein Vorgänger, tendiere ich zu einem Unentschieden. Und da es zum Glück keinen alles entscheidenden Elfmeter gibt, sollte man als Spider-Man-Fan einfach beide (alle 4) Filme gesehen haben.

Fazit

The Amazing Spider-Man” ist ein, zum aktuellen Zeitpunkt, eher unnötiger Neustart der Serie, da er sich zu wenig von seinen Vorgängern unterscheidet. Dennoch möchte ich den durchaus gelungenen und unterhaltsamen Film jedem Comic- und Spidey-Fan ans Herz legen.

P. S. Die Deutsche Nationalmannschaft durfte sich am Dienstag, den 26.06. bereits The Amazing Spider-Man” in ihrem Hotel ansehen und war begeistert. Und noch etwas: Bitte sitzen bleiben während des Abspanns!

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