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The Homesman Filmkritik

Nun ja, von The Homesman“ hatte ich mir nach Trailer, Bild und Co. wirklich viel erwartet. Nachdem ich nun aber das Gesamtwerk zu Gesicht bekam, machte sich Ernüchterung breit.

Dieser Western erzählt die Geschichte einer Frau, die drei verrückt gewordene Frauen gen Osten bringt. Dabei wird sie unterstützt von einem abgehalfterten Cowboy, dem sie das Leben gerettet hat. Die Reise durch Wüste und Wälder gestaltet sich dabei als tragisch-langatmige Kutschenschaukelei.

Ich mache es kurz: The Homesman“ wusste mich in keinerlei Hinsicht zu begeistern, und das obwohl ich diverse Western sehr gerne mag. Doch The Homesman“ ist kein typischer Western, obgleich er viele vertraute Elemente dieses Genres nutzt. Vielmehr ist The Homesman“,… ja was eigentlich? Am ehesten lässt sich der Film in die Ecke Drama drängen und wehrt sich nicht einmal dagegen. Das Problem ist, dass die Geschichte sozusagen in der Mitte einsetzt und auch dort wieder endet. Und all das, was während dieses Zeitraumes geschieht, ist so fragwürdig wie unerklärlich. Es ist eben das Resultat aus einer beinahe schon fehlenden Vorgeschichte. Dass drei Frauen in einem Städtchen mit vielleicht 20 Einwohnern gleichzeitig durchdrehen wirkt mehr konstruiert als realistisch. Da fehlt mir selbst mit den verstörenden Bildern im Hinterkopf ein wenig der Kontext. Und dann wäre da natürlich noch das Ende, das zwar irgendwie eine bis dato gut versteckte Intention aufblitzen lässt, das aber auch nur so lange, bis etwas ins Wasser fällt - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Western gibt es viele, und die meisten geizen nicht mit Schießereien und Action. Ganz anders ist da The Homesman“. Dieser Film möchte Dramatik mit elendig langen und zum Teil erschreckenden Bildern vermitteln, was ihm zeitweise auch gelingen mag. Und neben ein paar netten Requisiten und Kostümchen, die man so in unzähligen (zum Teil auch deutlich älteren) Western schon gesehen hat, hat der Film dann eigentlich nicht mehr viel zu bieten.

Hilary Swanks Darbietung im Film mag überzeugend sein, dafür aber auch extrem nervig. Mein Gott, hat mich diese Frau aufgeregt. Wenigstens Tommy Lee Jones mimt vertraut gut, wenn auch seltsam fahrlässig. Doch die vielen aufkommenden Fragezeichen möchte ich gar nicht erst ihm zuschreiben, sondern dem Drehbuch.

Zu Beginn frägt man sich: Was ist da los? Dann kommt der lange Mittelteil und man frägt sich: Was ist da los? Am Ende dann aber hat man sich durch verstörende und langatmige Bilder gekämpft und wird mit folgender Aussage belohnt: Ätsch.

PS: The Homesman“ findet zweifelsohne seine Fans, doch ich muss hier abwinken. Da bleibe ich einfach bei meinem Lieblingswestern Todeszug nach Yuma“ mit Russell Crowe und Christian Bale.

Würde ich mir den Film noch einmal ansehen? Nein.

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