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The Imitation Game — Ein streng geheimes Leben Filmkritik

Die ENIGMA (griechisch αἴνιγμα ainigma Rätsel“) ist eine Rotor-Schlüsselmaschine, die im Zweiten Weltkrieg zur Verschlüsselung des Nachrichtenverkehrs des deutschen Militärs verwendet wurde. (Quelle Wikipedia)

Genie und Wahnsinn

Filme mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs gibt es zuhauf, allerdings keinen, der sich derart intensiv mit der Verschlüsselungsthematik ENIGMA auseinandersetzt - bis jetzt. In The Imitation Game — Ein streng geheimes Leben“ mimt Benedict Cumberbatch das mathematische Genie Alan Turing, verpackt in einer Hülle aus Wahnsinn. Der in sich gekehrte Mann lebt für die Wissenschaft und steckt alsbald all seine Energie in die Entwicklung einer Maschine, die den ENIGMA-Code zu entschlüsseln weiß. Soviel zur Geschichte des Films, die dem tatsächlichen Geschichtsverlauf beinahe 1:1 zu folgen weiß.

Alan Turings Leben lernen wir als Zuschauer durch mehrere gut ineinander verknüpfte Zeitsprünge kennen. Von seiner Kindheit bis hin zum Mannesalter entdecken wir immer mehr Facetten des homosexuellen Genies, das seine Neigung zu keiner Zeit ausleben darf. Homosexualität war seinerzeit schließlich strafbar. Und so führt Alan ein Leben abseits der Gemeinschaft, stets in sich gekehrt und seiner Maschine namens Christopher zugewandt.

Benedict Cumberbatch kann man ironischerweise selbst als Genie bezeichnen, wenn es um Charakterstudien geht. Er verleiht seinen Figuren eine immense Tiefe, sodass beim Zusehen Gänsehaut vorprogrammiert ist. Jegliche Emotion seinerseits hat deutliche Auswirkungen auf die eigenen Gefühle, die man während der knapp 2 Stunden Film auszuleben hat. Und so verfolgt man die eigentlich gemächlich dahin laufende Geschichte mit einer steten Anspannung, die wir beinahe nur einem Mann zu verdanken haben. Doch gestützt wird sein Tun durch großartige Nebendarsteller, allen voran Keira Knightley und Matthew Goode. Doch auch Mark Strong als MI6-Leiter wusste zu jeder Zeit zu gefallen.

Ein streng geheimes Leben

Der Film animiert geradezu, sich Gedanken über das Leben eines Spions zu machen. Und schnell kommt man zu dem Schluss, dass man nicht in diese Welt hineingezogen werden möchte. Dieses Spiel aus Intrigen, Wissen und Nichtwissen muss auf Dauer viel zu anstrengend und vor allem auch gefährlich sein.

Der Zweite Weltkrieg war grausam. Derart grausam, dass ich nicht imstande bin, ihn mir in all seiner Grausamkeit vorzustellen. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Doch auch der Film weiß die Grausamkeit nicht annähernd zu vermitteln. Vielmehr hatte ich das Gefühl, als würden die Geschehnisse im Hintergrund, die doch als Auslöser für all das gelten, vernachlässigt. Kurz eingestreute Originalaufnahmen des Krieges, sowie neu eingebrachte Filmszenen von zerstörten Dörfern wirkten auf ihre Art ungewöhnlich deplatziert im allgemeinen Rätselraten der Genies, sodass man sich schon hin und wieder fragte, wieso und ob eine Entschlüsselung wirklich so wichtig wäre. Hier hätten eine emotionalere und bedrückendere Erzählweise bedeutend zum Zeitdruck und der allgemeinen Prämisse beigetragen.

The Imitation Game — Ein streng geheimes Leben“ ist eine andere Sicht auf den Zweiten Weltkrieg, sowie das Leben eines introvertierten Genies und die Gesellschaft seinerzeit. Ein nicht unwesentlicher Bestandteil unserer traurigen Geschichte wird gekonnt beleuchtet und dank des herausragenden Darstellers Benedict Cumberbatch mitreißend vermittelt.

Würde ich mir den Film noch einmal ansehen? Vermutlich nicht.

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