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The Neon Demon Filmkritik

Der Auf- und Abstieg eines Models in heftig-langgezogenen Bildern, wie sie nur ein Nicolas Winding Refn ausmalen könnte. The Neon Demon” ist einmal mehr ein Abbild des Geistes eines Regisseurs, dessen Intention ich wohl in 100 Jahren noch nicht verstanden haben werde. Der Film stellt uns als schockierten Gast zwar vor offenkundige und nur wenig zimperliche Tatsachen, doch so manch ein Stilmittel will einfach nicht so ganz einleuchtend sein. Dazu kommen die einmal mehr zu lang gezogenen Szenen, die zwar im Kontext verdammt stylisch sind, einem flüssigen Ablauf allerdings hinderlich im Weg stehen.

Wie so oft, ist auch The Neon Demon” ein zweischneidiges Schwert eines eigentlich äußerst talentierten und außergewöhnlichen Regisseurs. Wie kein anderer stellt er uns die Schattenseiten des Modellebens dar und fügt hie und da verstörend-schöne Bilder ein, um den Ausdruck mit Nachdruck in den Kopf zu pressen.

Der Film ist nach Only God Forgives ein weiteres Paradebeispiel für Style, allerdings nicht over substance. Wo Only God Forgives” komplett an der Message vorbei rannte, darf uns The Neon Demon” das zeigen, was bereits jeder wusste. Andererseits schlägt Refn mit der Keule nach, sodass man sich letztendlich nicht einmal so ganz sicher ist, ob das Verarbeitete nun wahr ist oder sein kann, bzw. ob man wirklich alles über dieses Business wusste. In dieser Hinsicht also schon einmal Daumen hoch.

Einmal mehr steuert Cliff Martinez einen beeindruckenden Soundtrack zu einem Refn-Film bei. Diesmal ganz im Stile der Synthie-80s. Im Zusammenspiel mit den zumeist wirklich Neon-farbigen Bildern ergibt sich, wie seinerzeit schon beim überragenden Drive, ein modernes 80er-Setting, das allen voran Retro-Fans begeistern dürfte.

**Ist der Film nun empfehlenswert? Sind die Models hübsch? Überzeugt Elle Fanning als aufsteigender Stern am Modehimmel? Jein, jein, jein. Der Film ist nun mal ein weiteres Kunstwerk eines kreativen Schöpfers. Die Models sind, wie sollte es anders sein, spindeldürr und Elle Fanning durchlebt eine - meiner Meinung nach - zu schnelle Verwandlung vom schüchternen Entlein zum dominierenden Schwan. Letzteres ist vor allem in Hinsicht darauf lustig, wenn man bedenkt, dass so manch eine Szene bis zum Sekundenschlaf hinausgezögert wird.

Mich hat der Film manchmal begeistern können, zumeist allerdings nicht. Zudem empfand ich ihn dann doch irgendwie als ZU verstörend. Nachdruck und Stilmittel hin oder her, ein wenig Zurückhaltung wäre so manches Mal angebracht gewesen. Aber gut, kaputte Welt in stylischem Film - wer’s mag hat mit The Neon Demon” seine Offenbarung gefunden.**

Werde ich mir den Film nochmal ansehen? Nein.

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