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The Place Beyond the Pines Filmkritik

3 in 1: The Place Beyond the Pines” erzählt 3 eng ineinander verschlungene Geschichten über Genres und Generationen hinweg und ist damit vor allem eines nicht: Das, was ich erwartete.

Erwartet hatte ich nämlich genau das, was der Trailer suggerierte: Einen stylishen Gosling-Film mit tollen Bildern und einer packenden Geschichte. Doch dann kam es ganz anders. Das erste Drittel erfüllte sozusagen mein Wunschdenken, wohingegen das 2. und letzte Drittel alle Vorstellungen und Hoffnungen mit angespitzten Stiefeln trat. Mir persönlich tat das unglaublich weh, obgleich der Film an sich nicht wirklich schlecht ist. Genau deshalb läuft die Kritik fortan in 2 Teilen.

Teil 1: So erging es mir

Wir vernehmen das Klicken eines Schnappmessers und begleiten daraufhin Ryan Gosling erst oben ohne, dann mit Lederjacke, über einen farbenfrohen Rummel. Á la 3rd-Person-Shooter erleben wir die Welt über seine starken Schultern. Daraufhin folgen Stunts, künstlich beschleunigte Verfolgungsjagden in bester Bud-Spencer-Manier und ein zur Besinnung kommender Rebell.

Cut. Wir sind bei Teil 2 angelangt und meine Stimmung rast schlagartig in den Keller. Was auch geschehen mag, es interessiert mich schlichtweg nicht. Ein großer Bruch in der Geschichte, sowie ein Genrewechsel machen es nicht gerade einfach am Ball zu bleiben, vor allem, wenn das erste Drittel zu begeistern wusste. Mit größter Anstrengung kämpfe ich mich durch das fortan laue Copdrama, das allerdings nicht bis zum Ende durchhalten will.

Cut. Wir sind jetzt bei Teil 3 angelangt, einer generationsübergreifenden und konstruierten Geschichte mit einem mir persönlich völlig unsympathischen Hauptdarsteller, sowie enttäuschendem Ausgang.

Die Darsteller - durch die Reihe weg gut, wenngleich oftmals nicht wirklich passend. Die Musik - stimmig und atmosphärisch. Der Film - so schwer es mir fällt - für mich eine Katastrophe. Ich tat mich wahrlich schwer dem Treiben zu folgen, bzw. fand alles nach dem ersten Drittel nur noch ermüdend. The Place Beyond the Pines” ist weder das erwartete (Meister-)Werk, noch ein besonders guter Film. Er ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die generationsübergreifende Auswirkungen zeigen sollen. Tun sie auch, doch zu welchem Preis? 140 Minuten - und damit Überlänge - tun dem Film nicht gut. Dazu erzwungen wirkende Verknüpfungen über die Genres hinweg und eigentlich alles das, was man (in besserer Form) aus anderen Filmen schon kennt.

Teil 2: Objektiv gesehen

Die einzelnen Parts und damit verbundenen Genres für sich sind sehenswert, wirken im großen Ganzen allerdings unausgeglichen. Eine gewisse Verbindung bleibt dennoch, sodass die Message von folgenschweren und generationsübergreifenden Konsequenzen glaubhaft dargestellt wird.

Regisseur Derek Cianfrance schuf ein nachdenklich machendes und zuweilen realistisches Werk. Dennoch hakt es hier und da: Korrupte Bullen und der korrekte Grünschnabel - nicht wirklich neu. Zwei grundverschiedene Jungs, die so konstruiert wie nur möglich aufeinander treffen, nur dass der Kreis der Geschichte geschlossen werden kann - unglaubwürdig. Dennoch wirken die Figuren glaubhaft, was wir dem durchweg guten Ensemble zu verdanken haben.

Der Film ist objektiv gesehen ein zweischneidiges Schwert. Handwerklich offensichtlich gut gemacht, im Kern aber dennoch unausgegoren. Ein Meisterwerk oder gar Geheimtipp mitnichten, eher eigensinnig und damit besonders.

Fazit

The Place Beyond the Pines” ist in allen Belangen ein besonderer Film, den man durchaus lieben kann. Ich unterstelle allerdings, dass es den meisten schwer fallen wird.

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