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The Wolf of Wall Street Filmkritik

Was sind Biopics? Filme, die wahre Ereignisse nacherzählen. Und was sind sie noch? Zumeist ziemlich langatmig. Kennt ihr Martin Scorsese? Der gute Mann ist nun schon 71 Jahre alt, scheint aber mit der Zeit zu gehen. Viel wichtiger ist allerdings noch, dass er sozusagen der Meister in Sachen Langatmigkeit ist.

Ich kenne unzählige Filme von Scorsese und mochte den einen mehr, den anderen weniger. Alle hatten allerdings eines gemeinsam: Sie waren zum Teil unnötig lang. The Wolf of Wall Street“, willkommen im Club!

Im Film geht es um Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio), der sich sozusagen vom Tellerwäscher zum Millionär hocharbeitet. Als Broker verdient er sein Geld, manchmal legal, zumeist aber nicht ganz so legal. Und so kommt es wie es kommen muss: Nach unzähligen Sex- und Drogenpartys ist das FBI hinter ihm her. Dabei gibt Leonardo DiCaprio mit Hingabe sein bedenkliches Vorbild, lacht, schreit, schnupft, fickt und schlägt. Ja, ihr habt richtig gelesen, er fickt alle in jeglicher Hinsicht. Selten habe ich dieses Wort in einem Film öfter gehört. Doch passender als hier könnte es nicht eingesetzt werden. Denn derart viele nackte Frauen sieht man in dieser Offenheit sonst nur in Softpornos. Das böse Wörtchen hat allerdings auch noch einen anderen Sinn. Gef**** (ab jetzt bewusst zensiert) werden auch andere Leute, die entweder abgezockt werden oder es vermeintlich wert sind.

Als im Kino der Pausen-Vorhang fiel, war ich leicht entsetzt. Erstens, weil der Film mitten in einem Dialog stoppte, und zweitens, weil erst 1 1/2 Stunden vergangen waren. In meinem Kopf war ich allerdings schon bedeutend weiter. Ich dachte mir eigentlich nur, wie und warum da noch weitere 1 1/2 Stunden kommen sollen. War das nicht schon lang genug? Martin Scorsese beging meiner Meinung nach einen fatalen Fehler. Er wollte offensichtlich einen äußerst unterhaltsamen und amüsanten Film schaffen, streckte aber dennoch so manch eine Szene derart in die Länge, dass schnell aufkommender Spaß genauso schnell Belanglosigkeit und Langeweile wich. Den Film hätte man meiner Meinung nach locker in kurzweilige 2 Stunden packen können. Profitiert hätten dadurch unter anderem ein angenehmerer Erzählfluss, ein kompakterer Inhalt ohne Abstriche und ein deutlich besser unterhaltenes Publikum ohne Müdigkeitserscheinungen.

Fazit

Was bleibt am Ende? The Wolf of Wall Street“ ist zweifelsohne ein guter Film, der sich allerdings weniger auf die Wall Street“, als auf das wilde Partyleben konzentriert. Wer also einen Börsenfilm erwartet, liegt hiermit leicht daneben. Wer hingegen gerne sehr viele nackte Frauen, ein paar nackte Männer, Geschlechtsteile in allen Größen und Formen, Sex, Sex und nochmal Sex, sowie die Wirkung von diversen Drogen sehen möchte, dem kann ich diesen Film wärmstens ans Herz legen. Ihr müsst lediglich einiges an Zeit und Toleranz mitbringen.

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