|||

Tomboy Comic Review

Ich muss zugeben, dieser Comic hat mich restlos begeistert. Ob nun die Thematik, die Optik oder die strikte und irgendwie vertraute Rachestory, hier erhält der erwachsene Comicfan herausragende Kost.

In diesem Comic geht es um den Auftragsmörder Frank Kitchen, der ohne auch nur mit der Wimper zu zucken seiner fragwürdigen Berufung folgt. Er ist eiskalt, präzise und klug. Doch eines Tages gerät selbst ein so listiger und vorausschauender Mann wie er in einen Hinterhalt. Das Ergebnis ist so verstörend-interessant wie fatal. Diejenigen, die ihn gefangen genommen haben, brachten ihn nicht um. Sie unterzogen ihn einer Geschlechtsumwandlung.

Frank muss mit dieser Situation erst einmal zurecht kommen, denn, ein Zurück gibt es nicht. Was einmal fehlt, fehlt für immer. Doch dieser Körper hat auch Vorzüge. In gewissen Kreisen kann er sich wieder unerkannt bewegen.

Tomboy” ist eine erschreckend reelle Geschichte, die mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat. So etwas habe ich einfach noch nicht gelesen. Dazu die überaus eindeutigen Zeichnungen von Jef, die diesem Realitätsauszug den letztendlichen Schuss Wirklichkeit verleihen.

So düster und beinahe schon depressiv die Geschichte auch ist, stützen die dazugehörigen Bilder das packende Ergebnis. Man sieht zwar keinen Ausweg für Frank, doch man hofft jederzeit, dass er aus seiner Glaubenskrise herausfindet. Schließlich hat er sich dieses neue Leben nicht ausgesucht.

Walter Hill und Matz zwängen uns kein Science Fiction auf. Frank ist nicht wirklich eine Frau, bzw. nicht in diesem Körper geboren worden. Er mag zum größten Teil aussehen wie eine Frau, doch Stimme und Gefühle passen nicht zu 100 %, was andere Figuren beinahe schon beiläufig erwähnen. Dies trägt weniger zur Entwicklung der Geschichte bei als zum Verständnis dieses geschundenen Charakters.

Jedes weitere Wort wäre Spoiler, Spoiler und nochmal Spoiler. Vielmehr möchte ich regelrecht empfehlen, zu diesem wunderbaren Band aus dem Hause Splitter zu greifen. Die Aufmachung ist wie immer absolut hochwertig und die Geschichte, nun, wie bereits erwähnt, stellt in Sachen Comics so manches bisher Dagewesene auf den Kopf. Mir gefällt dieser Rüttler in eine andere Richtung sehr, mag ich doch sowohl düstere Stories als auch unvorhergesehene Entwicklungen. Tomboy” richtet sich an erwachsene Leser, die sowohl Blut, nackte Haut und auch eine Prise Sozialkritik nicht scheuen.

Ich weiß ja nicht ob ihr es schon wusstet, aber Tomboy” kommt demnächst tatsächlich auch ins Kino. Und niemand geringeres als Michelle Rodriguez wird darin Frank verkörpern. Eine gewisse Prise Männlichkeit liegt ihr ja bekanntlich im Blut. :) Und nachdem ich also diesen Comic gelesen habe, freue ich mich gleich doppelt auf die Verfilmung, die hoffentlich genauso die Ungewissheit der Figur zu vermitteln weiß.

Nächste Beiträge Tune Crashers - MINSK 81 Album Review Oh, Tune Crashers hat ein Album veröffentlicht! Darin finden sich die durchweg aufregenden, gesammelten Werke des Künstlers, verpackt in einem Batman Adventures 1 Review Eine Lovestory. Als Kind liebte ich die Zeichentrickserie “Batman: The Animated Series” - das war so in den 90ern, in denen diese Serie groß wurde.
Neueste Beiträge Star Trek: Picard Staffel 1, Episode 2 Review Star Trek: Picard Staffel 1, Episode 1 Review Ein epischer (Release) Tag Unvergessliche Filmszenen Call of Duty: Modern Warfare (2019) Review Micro Movies - die kürzesten Spielfilme der Welt Bye Bye Comics in Papierform Synthwave Hot & New #1 Argh! Ace Combat 7: Skies Unknown Mission 5 (444), du machst mich wahnsinnig! [Ein Frust-Review] Powernerd - Far From Human Album Review Joker Filmkritik Siamese Youth - Electric Dreams Album Review P.S. Ich diskriminiere dich Feuer frei: John Wick: Kapitel 3 vs. Bumblebee Mein aktuelles Lieblingsalbum: Tom Adams - Particles Game of Thrones Staffel 8 Review Star Trek - Unendliche Medien: Serien, Filme, Hörbücher... Standard oder Deluxe? Peppermint: Angel of Vengeance Filmkritik YouTube-Stars - endlich habe ich es verstanden! Game of Thrones Staffel 8: Dunkelheit und Dämlichkeit DARK Staffel 1 & 2 Review Billy Mays Band - Introspection Album Review 15 Minuten durch die Hölle mit Mein Bester & Ich Galaxy 80 - Moonwalk Album Review Stranger Things Staffel 3 Review Wolfenstein: Youngblood - 3 unscharfe Stunden auf der Switch Wolfenstein: Youngblood mit Synthwave Soundtrack Oscillian - Sentient Album Review Spider-Man: Far From Home Filmkritik Redout vs. Fast RMX (Nintendo Switch)